Chorprojekt in Hannover: Von der Straße auf die Bühne

02.11.2018

In Berlin wurde vor einigen Jahren der Straßenchor Berlin gegründet. Seither macht der Chor Furore.  Bei diesem Projekt stehen wohnungslose Menschen im Vordergrund, die nicht wieder in die Mitte der Gesellschaft gefunden haben und nun gemeinsam singen. Das Ergebnis ist so unscheinbar wie spektakulär.

Der niedersächsische Chorverband hat diese Idee nun auch in Hannover initiiert. Wohnungslose Menschen sollen teilhaben können an der UNESCO City of Music. Davon ist der Chorverband so überzeugt wie die Diakonie und die Bürgerstiftung Hannover.

„Wir wollen wohnungslose Menschen einladen, gemeinsam zu singen und sich nach intensiven Proben auch an ungewöhnliche Musikprojekte heranzuwagen“ sagt Wolfgang Schröfel vom Niedersächsischen Chorverband.

Marlis Drevermann und Matthias Brodowy sind überzeugt, dass gemeinsames Musizieren nicht nur Freude macht, sondern auch Menschen stärkt und ihnen hilft, sich in die Gemeinschaft der Stadt zu integrieren. „Wir sind zuversichtlich, dass ein neuer interessanter Chor entstehen wird, der sich im Musikleben der Stadt seinen Platz erobern wird.“

Gern unterstützt die Bürgerstiftung Hannover das Projekt, insbesondere weil hier Kultur und soziales Engagement zusammen kommen. „Wir haben das Projekt gern angestiftet“, sagt die Vorstandsvorsitzende Dorothea Jäger, „und werden das Projekt gerne begleiten. Mit dem Chor können die in der Stiftung engagierten BürgerInnen in ganz besonderer Weise wohnungslose Menschen unterstützen. Singen macht glücklich – vor allem in Gemeinschaft. Wir drücken die Daumen, dass bald schon mit den Proben begonnen werden kann.“

Dafür sorgen Willi Schönamsgruber, der bereits Erfahrungen in seiner Band mit wohnungslosen Musikern hat und Peter Supthut, der Chorleiter. Schönamsgruber ist optimistisch, einen starken, gemischten Chor zusammenzubringen und Peter Supthut bereitet bereits die ersten Proben vor und freut sich auf den Start.

Geprobt wird jeden Dienstag um 10.30 Uhr. Interessentensind herzlich willkommen. Geprobt wird im „Workshop“ des Pavillons, der für alle ChorteilnehmerInnen ein zentraler Ort in der Stadt ist. Ein gemeinsames Mittagessen im Mezzo schließt sich den Proben an.

Die Diakonie ist als in der Wohnungslosenarbeit erfahrener Partner dabei. Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes freut sich über das Engagement und wird den Chor aufmerksam begleiten. Er hofft, dass dem einen oder der anderen durch die Arbeit in der Gemeinschaft des Chores und die Bühnenerfahrung Stärkung für die Rückkehr in das selbstständige Leben wiederfährt. "Wenn es gelänge, erleben Wohnungslose, dass ihre Stimme wichtig ist, dass sie gehört werden. Menschen bekommen eine Stimme, die sie sonst nicht haben. Oder dass Sie Applaus bekommen, statt scheel angeschaut zu werden, das ist die Hoffnung", so der Diakoniepastor.

 

 

Schirmherrschaft: Matthias Brodowy, Kabarettist und Musiker

Träger: Niedersächsischer Chorverband e.V.

Förderer: Bürgerstiftung Hannover und Diakonisches Werk Hannover

Proben: 40 Wochen im Jahr, 1,5 Stunden pro Probe, Dienstags, 10.30 Uhr

Beginn im „Workshop“ des Pavillons, Anmeldung zum Chor erforderlich am Dienstag vor der Probe

 

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