Projekt: „Wir schaffen noch mehr Platz“ – Unterbringung von Wohnungslosen im Jugendgästehaus

Das Jugendgästehaus Wilkeburg in Döhren
Foto: Jessica Bosse
03.02.2021

Die Wintermonate sind für wohnungslose Menschen besonders hart und eine große Gefahr für die Gesundheit und für das eigene Leben. In Zeiten der Covid-19-Pandemie kommt erschwerend hinzu, dass warme Räume, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Durch das Projekt „Wir schaffen noch mehr Platz“ können seit dem 1. Januar 2021 bis zu 40 wohnungslose Menschen im Jugendgästehaus Hannover Wilkenburg in Döhren ganztags untergebracht werden. Die Unterbringung im Jugendgästehaus soll voraussichtlich bis zum 31. April 2021 möglich sein.

Das Projekt wird vom Diakonischen Werk Hannover in Kooperation mit der SeWo – Selbsthilfe für Wohnungslose, der Caritas Hannover und der AWO Region Hannover umgesetzt. Der Großteil der Finanzierung des Projekts wird durch Spenden getragen, allen voran die großzügige Spende der Familie Carstensen. Das Ehepaar hat die Projektidee den Verantwortlichen des vorangegangenen Projekts „Wir schaffen Platz“ – Unterbringung von obdachlosen Menschen in Hotels“ – vorgestellt und damit das Projekt maßgeblich initiiert.

Eine Verbesserung der Lebenssituation wird angestrebt

Neben dem aktuellen Schutz wird eine langfristige Perspektive und eine Verbesserung der Lebenssituation durch dieses Projekt angestrebt. Dass dies funktionieren kann, zeigte im Mai 2020 die vorübergehende Unterbringung von Wohnungslosen in der Jugendherberge Hannover. Dort konnten anschließend fast 70% der Menschen in einen festen Wohnraum vermittelt werden.

Das Wohnen in dem Jugendgästehaus bedeutet für obdachlose Menschen täglich regelmäßiges Essen morgens und abends, die Möglichkeit zur regelmäßigen Körperhygiene, das Waschen von Wäsche, enge Begleitung und Unterstützung durch engagierte Sozialarbeit, Vermittlung in weiterführende Hilfen und vor allem Sicherheit, die ein Leben auf der Straße nicht bieten kann. Diese Aspekte wirken sich in der Regel positiv auf den eigenen Willen zur Änderung der persönlichen Lebenssituation aus und tragen maßgeblich zu einer Perspektiventwicklung bei.

„Das Projekt ‚Wir schaffen noch mehr Platz‘ läuft gut, wir befinden uns noch in der Orientierungsphase, da nicht alle gleichzeitig eingezogen sind und neue Menschen sich auch erst einmal eingewöhnen müssen.“ sagt Jessica Bosse Projektkoordinatorin des Diakonischen Werkes Hannover.

Bei den untergebrachten Menschen handelt sich um einen Personenkreis, der zuvor in Notunterkünften der Landeshauptstadt Hannover untergekommen ist oder ohne feste Unterkunft „auf der Straße“ lebt. Dazu zählen teilweise auch Osteuropäer:innen ohne Leistungsanspruch mit erheblichen Sprachbarrieren oder auch psychisch erkrankte Menschen, die vom bestehenden Hilfesystem nur schwer erreicht werden.

"Gemeinschaft ist wichtig!"

Vor Ort sind hauptamtliche Sozialarbeiter:innen aller Kooperationspartner:innen, die gemeinsam mit den Bewohner:innen Regeln erarbeiten und die Menschen bei der Beantragung von Sozialhilfe oder bei der Wohnungssuche unterstützen. Besonders ist auch, dass einzelne Bewohner:innen einen Mini-Job über das Projekt erhalten haben und vor Ort Hilfstätigkeiten in der Küche und bei der Reinigung des Hauses übernehmen. Die Bewohner:innen werden mit gespendeten Hygieneartikeln, Kleidung und Lebensmittelgutscheinen versorgt. Durch Spenden haben die Küchenkräfte ein wöchentliches Budget, womit sie alle Bewohner:innen mit Essen versorgen. Bis Ende Februar liefert die Ökumenische Essenausgabe 1x täglich eine warme Mahlzeit. Sonst versorgen sich die Bewohner:innen bei Bedarf selber über ihre Regelleistungen und können auch die Küche im Jugendgästehaus nutzen.

„Die Menschen vor Ort sind in den meisten Prozessen mit eingebunden, ein partizipatives Vorgehen war und ist uns wichtig.“ so Bosse. Zum Beispiel haben die Bewohner:innen, gemeinsam mit den Sozialarbeiter:innen und den Besitzern des Jugendgästehauses Hausregeln erarbeitet. Es gibt mehrere Austauschrunden die bei den Bewohner:innen sehr gut ankommen. „Die Bewohner:innen legen großen Wert auf eine funktionierende Gemeinschaft und einen guten Austausch untereinander.“ so Bosse. Auch die unmittelbare Nachbarschaft nimmt das Projekt gut an.

Sach- und Geldspenden werden dringend benötigt

Da sich das Projekt überwiegend durch Spenden finanziert, benötigen wir dringend folgende Sach- und Geldspenden:

Sachspenden

  • Hygieneartikel, z.B. Duschgel, Shampoo, Zahnbürste und Zahnpasta, Rasierer, Rasierschaum, Deo, Putzmittel
  • Fahrräder
  • Fahrkarten

Fahrkarten und Fahrräder sind ein großes Thema, da das Jugendgästehaus relativ abgelegen liegt und die Mobilität für Behördengänge benötigt wird.

Geldspenden

  • Lebensmittel
  • Fahrkarten

Aus hygienischen und logistischen Gründen können wir leider keine Lebensmittelspenden annehmen, daher benötigen wir Geldspenden um Lebensmittelgutscheine und Lebensmittel zu besorgen.

Möchten Sie uns unterstützen?

Geldspenden an:

Diakonisches Werk Hannover gGmbH
Stichwort: Winter-Wohnung
IBAN: DE76 5206 0410 0200 6012 33

Sachspenden nehmen wir gerne nach vorheriger Terminabsprache mit Jessica Bosse (jessica.bosse(at)zbs-hannover.de oder 01511 5650378) entgegen:
Jugendgästehaus Hannover
Wilkenburger Straße 40
30519 Hannover

Wir benötigen auch dringend Hilfe vor Ort:

Wir suchen ab sofort Menschen, die unser bereits bestehendes Team erweitern und die soziale Begleitung im Spätdienst übernehmen (ca. 21.00 – 3.00 Uhr)

Was Sie mitbringen:

  • Berufserfahrungen in sozialen Diensten (Soziale Arbeit oder Vergleichbares)
  • Bereitschaft, auch am Wochenende Schichten zu übernehmen
  • Erfahrungen im Bereich der Deeskalation
  • Souveränes Auftreten und Durchsetzungsvermögen

Ihre Aufgaben:

  • Ansprechpartner:in für die Bewohner:innen und deren Anliegen sein
  • Durchsetzung der Hausordnung (insbesondere Corona-Hygienerichtlinien, Nachtruhe
  • Enge Kommunikation zu den Sozialarbeiter:innen in Form von Dokumentation, Übergabe etc. halten

Einsatzort: Jugendgästehaus Hannover, Wilkenburger Straße 40, 30519 Hannover

Bei Interesse wenden Sie sich gerne an Jessica Bosse (jessica.bosse(at)zbs-hannover.de, 01511 5650378)

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

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