Dr. Margot Käßmann und Matthias Brodowy sind neue Herausgeber des Asphalt-Straßenmagazins

Dr. Margot Käßmann, Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes, Matthias Brodowy
Foto: Das Fahrgastfernsehen
12.02.2019

Dr. Margot Käßmann und Matthias Brodowy sind neue Herausgeber von Asphalt, der sozialen Straßenzeitung für Niedersachsen. Die Gesellschafter Diakonisches Werk Hannover und Hannoversche Initiative obdachloser Bürger (H.I.o.B.) haben die ehemalige Landesbischöfin der Ev. Landeskirche Hannover und den hannoverschen Kabarettisten in ihrer jüngsten Sitzung in das Ehrenamt bei Asphalt berufen und machen damit das Dreierteam an der Spitze wieder komplett. Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes ist seit 2012 Asphalt-Herausgeber.  

Dr. Margot Käßmann (60) wurde 1999 Bischöfin der Ev. Landeskirche Hannovers, später Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Reformationsbotschafterin und Herausgeberin der bundesweit erscheinenden EKD-nahen Zeitschrift „chrismon“. Bereits vor 20 Jahren, anlässlich ihres Einführungsgottesdienstes in der hannoverschen Marktkirche, rief Dr. Käßmann zur Kollekte für Asphalt auf. Und gab vorab  exklusiv Asphalt ein längeres Interview. Seitdem verbindet sie eine lange Freundschaft mit dem sozialen Projekt. Im vergangenen Jahr hat sich Dr. Käßmann in den Ruhestand verabschiedet und mit allen Kirchenämtern auch die Herausgeberschaft bei „chrismon“ aufgegeben. Seit Ende 2018 ist Dr. Käßmann Botschafterin des Kinderhilfswerks „terre des hommes“. Nun also Asphalt? „Die Begegnung auf Augenhöhe als Konzept von Asphalt hat mir schon als Landesbischöfin imponiert. Sehr gern nehme ich jetzt daher die Aufgabe als Herausgeberin an. Obdachlosigkeit ist bitter – wenn sie Menschen trifft, nimmt ihnen das aber nicht die Würde, darum geht es!“

Matthias Brodowy (47) ist Kabarettist, Conférencier und Kolumnist, seit 1989 zunächst in der Kabarett-Gruppe „Profilachticker“, seit 1997 solo auf den Bühnen der Republik unterwegs, aber in Hannover zuhause. 2009 war Matthias Brodowy Gründungsmitglied von Leseart Hannover, einer Initiative für gleiche Bildungschancen von Kindern. Im gleichen Jahr übernahm Matthias Brodowy die Schirmherrschaft des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes der Malteser in Hannover. Seit vielen Jahren engagiert sich Matthias Brodowy regelmäßig – meist mit Benefizauftritten als Kabarettist und Conférencier – für Bedürftige und Obdachlose und eben auch für Asphalt in Hannover: „Asphalt ist informativ und gibt Einblicke in eine Welt, die sonst nicht im journalistischen Fokus steht. Sehr wichtig finde ich, dass nicht wenige Leser mit ihren Stammverkäufern in einen guten Kontakt treten. Begegnungen auf Augenhöhe. Ich freue mich auf meine neue Tätigkeit als Herausgeber, freue mich auf Begegnungen und Gespräche und darauf, weiterhin den Menschen eine gute und interessante Zeitung anzubieten.“

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes und Herausgeber von Asphalt in der Pressekonferenz zur Vorstellung der Mitherausgeber: "Es wird viel über soziales Elend, über Wohnungslosigkeit, über Zuzug aus Osteuropa diskutiert. Deshalb bedarf es in all diesen Diskussionen einer kritischen Stimme und wir brauchen Hilfsangebote. Asphalt steht für beides. Asphalt feiert dieses Jahr sein 25 Jähriges Jubiläum als kritische Stimme in Hannover und Niedersachsen. Und Asphalt bietet den Verkäuferinnen und Verkäufern durch Asphalt eine Begegnung auf Augenhöhe. Asphaltverkäufer arbeiten für ihr Geld. Asphalt unterstützt. Bietet Beschäftigung und zusätzlich noch eine Art Großfamilie. Da ist es wunderbar, dass H.I.o.B. und das Diakonische Werk als Mehrheitsgesellschafter von Asphalt nun das Herausgebertrio wieder komplettiert: und das mit zwei namhaften Persönlichkeiten. Ich freue mich, dass ihr beiden zugesagt habt.“

Das Asphalt-Magazin erscheint monatlich in einer Hannover- und einer Nordwest-Ausgabe in rund 12 Städten in Niedersachsen. Asphalt ist ein Hilfe-zur-Selbsthilfeprojekt und wird daher einzig von aktuell 170 armen und/oder wohnungslosen Menschen auf der Straße verkauft. Seit seiner Gründung konnte es rund  3.000 Menschen dabei helfen wieder aufzustehen.  

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