Geflüchtete Azubis trotzen Corona mit Kunst und Abstand

14.10.2020

Am 1. Oktober 2020 sind trotz Corona viele Leute zur Ausstellungseröffnung „Kunst trotz(t) Corona“ in die Kreuzkirche gekommen, zu der die Teilnehmenden vom PonteAzubis-Projekt eingeladen haben.

"Corona ist anstrengend und es hat manchmal genervt. Uns fehlt die Musik, Sport, unser Alltag, aber wir haben nicht aufgegeben", erzählen Azubi für Lebensmitteltechnik, Bilal Sharbaje, und Verkäuferin, Anniekayler Asante. Sie sind stolz, dass sie es trotz aller Schwierigkeiten wie Online-Lernen, Kurzarbeit im Betrieb oder auch mehr Arbeitslast im Lager nun in der Kreuzkirche stehen und feiern können, was sie geschafft haben – trotz Corona.

Kreativsein im Fotoworkshop

Die PonteAzubis-Teilnehmenden müssen normalerweise Vorgegebenes lernen und Erwartungen erfüllen – sie sind so oft im Modus des Reagierens. Kreativ sein, d.h. ihr Inneres nach Außen zu bringen – die Definition von Kunst laut Frida Kahlo - , dass haben die jungen Azubis im Fotoworkshop im August diesen Jahres gemacht. Sie haben Neues kennengelernt und haben herausgefunden, wie Licht und Schatten beeinflussen wie Betrachtende ein und dasselbe Motiv wahrnehmen.

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Abstandserfahrungen in Bildern und Worten

Die Besucher*innen haben ihre Portraits und Bilder angeschaut und bestaunt. Sie lauschten Seifollah Abdoraofs und Hanin Naders Lesung über ihre Abstandserfahrungen. PonteAzubis steht für Vielfalt, Anerkennung und Brücken (in den Arbeitsmarkt). An diesem Tag konnten befreundete Projekte, Ausbildungsleiter*innen, Ehrenamtliche, Künstler*innen, Freund*innen mit eigenen Augen sehen, wie das in der Praxis aussieht.

Der 1. Oktober war ein Tag für die Azubis, um sich zu zeigen und Anerkennung zu bekommen. Und die positive Erfahrung zu machen, gesehen und gewürdigt zu werden – anders als es viele im Alltag erleben.

PonteAzubis hat außerdem auch Zain Alabidin Al-Khatir, einem KFZ-Azubi und Autor, der über seine Flucht aus dem Sudan nach Europa geschrieben hat, eine Bühne gegeben, und das syrische Old Damascus Duo mit ihrer Oud und Darbouka (Trommel) klangliche Brückenzwischen orientalischer Musik und dem christlichen Gotteshaus bauen lassen. 

Die Ausstellung ist im Haus kirchlicher Dienste zu sehen und kann da auf Anfrage besichtigt werden.
Kontakt: kathrin.altmann@dw-h.de

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