Projekte und Angebote des Diakonischen Werkes Hannover gegen Kinderarmut

Quelle: Zahlen, Daten Fakten zur Armutsentwicklung in Hannover 2014-2016, download

Das Diakonische Werk Hannover ist in verschiedenen Projekten und Angeboten gegen Kinderarmut aktiv.
Hier ein paar Beispiele:

  • Frühförderprojekt HIPPY
  • Sprachfördermaßnahmen, incl. Sprachferien
  • Mittagssnack und Hausaufgabenbetreuung im Spargelacker
  • Unterstützung und pädagogische Freizeitangebote in den Familientreffs Geveker Kamp, Roderbruch, Kronsberg (Jungengruppe) und Spargelacker.

Diese und weitere Projekte und Angebote des Diakonischen Werkes, die sich gegen Kinderarmut einsetzen,

finden Sie hier:

Soweit wir dazu mit Spenden in der Lage sind, unterstützen wir auch in individuellen Notlagen der Kinder und Familien.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

Stellungnahme des Paritätischen zur geplanten Kindergelderhöhung der GroKo (2019 ff.)

Das Kindergeld soll pro Kind in zwei Schritten um 25 Euro erhöht werden, zum 1. Juli 2019 um zehn Euro, zum 1. Januar 2021 um 15 Euro. Der steuerliche Kinderfreibetrag steigt entsprechend. Zur Bekämpfung der Kinderarmut soll zugleich der Kinderzuschlagso erhöht werden, dass zusammen mit dem Kindergeld das sächliche Existenzminimum gedeckt ist (derzeit 399 Euro) (S. 19). Im Rahmen der Leistungen Bildung und Teilhabe soll das Schulstarterpaket aufgestockt werden und die Eigenanteile zur gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen und für die Schülerbeförderung sollen entfallen. Leistungen sollen möglichst pauschal abgerechnet werden und Sammelanträge für Schulen erleichtert werden. Lernförderung soll auch dann möglich sein, wenn die Versetzung nicht gefährdet ist (S. 51).

Bewertung: Die Erhöhung des Kindergeldes ist positiv zu bewerten. Insgesamt stellen die Maßnahmen jedoch keine effektive Bekämpfung der Kinderarmutdar. Armen Familien, die ALG II beziehen, wird das Kindergeld auch nach seiner Erhöhung komplett angerechnet. Die Einkommensuntergrenze beim Kinderzuschlag wird beibehalten. Dadurch macht sich die Erhöhung des Kinderzuschlags lediglich für einen Teil der erwerbstätigen Hartz IV-Bezieher/-innen positiv bemerkbar. Die Verständigung auf Verbesserungen beim Bildungs-und Teilhabepaket ist zu begrüßen, insbesondere die Erhöhung des Schulstarterpakets, die Streichung der Eigenanteile und die vorgesehene Erweiterung der Voraussetzungen für die Lernförderung. Bezüglich der Pauschalierung und der Sammelanträge besteht jedoch deutlich weitergehender Reformbedarf. Um die BuT-Leistungen zukünftig tatsächlich effizienter und unbürokratischer zu gestalten, wirbt der Paritätische für die Idee einer BuT-Berechtigung dem Grunde nach für alle Haushalte, die eine der anspruchsauslösenden Sozialleistungen beziehen. Dadurch würde die gesonderte Antragstellung für BuT-Leistungen entfallen und die Inanspruchnahme deutlich vereinfacht. Grundsätzlich reichen die Maßnahmen jedoch nicht weit genug. Kinderarmut ist unverändert ein großes und vernachlässigtes Problem, dessen Bekämpfung eine grundlegende Neukonzipierung des Bildungs-und Teilhabepaketes benötigte. Zusätzlich sind konsequente Reformen beim Familienleistungsausgleich und spürbare Investitionen in die Infrastruktur angezeigt. Der Paritätischeplädiert mit vielen anderen Verbänden gemeinsam für eine einkommensorientierte und bedarfsdeckende Kindergrundsicherung außerhalb des SGB II. Familien brauchen weiterhin echte Rechtsansprüche auf Teilhabe im Rahmen des Kinder-und Jugendhilferechts und eine verstärkte Förderung der freien Jugendhilfe vor Ort.

Ungleiche Verteilung der Kinderarmut

Kinderarmut ist sehr ungleich verteilt. Nicht nur Alleinerziehende haben ein deutlich überdurchschnittliches Armutsrisiko. Dieses führt dazu, dass 40 Prozent aller Alleinerziehenden mit Hartz-IV-Leistungen leben. Das Armutsrisiko von Familien mit drei und mehr Kindern liegt - wenn neben dem Einkommen weitere Faktoren als Indikator herangezogen werden - laut dem Familienreport des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 2017 seit Jahren kontinuierlich bei knapp einem Viertel - mit deutlichen Folgen: Jeder fünfte dieser Haushalte bezog Anfang 2017 SGB-Leistungen. Bei Paarhaushalten mit einem oder zwei Kindern lag der Anteil bei nur 6 beziehungsweise 7 Prozent.

Mehr zum Thema hier...

Wir beobachten nicht nur

Wir tun auch etwas.

Unsere news

Weitere Themen