Winterzeit - gefährlich für Wohnungslose!

"Platten" im Posttunnel
17.01.2017

Die Temperaturen fallen: Das spüren zuerst die Menschen, die in Hannover kein Zuhause, keine warmen vier Wände finden und Tag und Nacht draußen verbringen.

Der Kontaktladen Mecki ist überlaufen, auch andere Tagestreffs in Hannover und Umgebung sind derzeit voll und ermöglichen zumindest für einige Stunden am Tag, dass sich die Besucher_innen aufwärmen können. Und auf den Straßen begegnen uns immer mehr provisorische Schlafstätten von Wohnungslosen im Freien, von diesen "Platte" genannt.

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes schlägt Alarm und fordert, dass angesichts von Leerständen z. B. von für Flüchtlinge vorgesehenen Unterkünften zumindest in dieser kalten Jahreszeit diese zur Unterbringung von Wohnungslosen genutzt werden sollten. Er begrüßt deshalb Maßnahmen der Landeshauptstadt Hannover als ersten Schritt, im ehemaligen Möbelmarkt Am Alten Flughafen Wohnungslose unterzubringen, wie es auch von der Fraktion Die Linke/Piraten im Sozialausschuss gefordert worden war. Angekündigt ist auch die Behandlung eines entsprechenden Antrages der CDU im Bezirksrat Mitte am 23. Januar.

Eindringlich macht er klar: "Die Zahl der Wohnungslosen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt! Es sind bald 4.000! Immer mehr Menschen kommen aus Osteuropa, um hier Beschäftigung zu finden und wollen oder können nicht zurück. Derzeit brauchen aber alle Betroffenen Unterbringungsangebote und Unterstützung, ob sie aus anderen Ländern kommen oder Einheimische sind." Und er fordert: "Alles menschenmögliche muss getan werden, um die Wohnungs- und Obdachlosen zu schützen vor Kälte und Erfrierung!"

Alle Unterbringungsplätze der Stadt und Diakonie seien inzwischen längst belegt. Andere Maßnahmen müssen getroffen werden, die weiterhelfen gerade in dieser gesundheitsgefährdenden und lebensbedrohlichen Situation. Natürlich müsse, so Diakoniepastor Müller-Brandes, die Lage passen und es nicht zu Konflikten zwischen Flüchtlingen und Wohnungslosen kommen, aber es sollte dringend nach umsetzbaren kurzfristigen Lösungen gesucht werden.

Rainer Müller-Brandes bittet die Bevölkerung darüber hinaus dringend um Spenden von Schlafsäcken und warmer Winterbekleidung.

Abzugeben sind diese Spenden bei der Zentralen Beratungsstelle in der Hagenstraße 36 oder auch in der Burgstraße 10, dem Haus der Diakonie.

Darüber hinaus werden auch Ärzte gebeten, sich ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen.

Natürlich helfen auch Geldspenden weiter, um z. B. dringend benötigte Medikamente oder andere Hilfsmittel zu beschaffen.

Weitere Informationen z. B. zur Erreichbarkeit der Winternothilfe gibt es hier.

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