Suchtprävention wendet sich gegen Überangebot von Spielhallen!

Silke Quast im Gespräch mit SAT1 am 2.6.2016
02.06.2016

Anlässlich des anstehenden Losverfahrens der Stadt Hannover, welche Spielhallenbetreiber nach der Übergangsfrist 1.7.2017 weiterhin ihre Spielhalle betreiben können, nahm Silke Quast, Präventionsfachkraft des Diakonischen Werkes, Fachstelle Sucht und Suchtprävention, Stellung.

"In Zukunft muss gemäß der Umsetzung des niedersächsischen Glücksspielstaatsvertrages 100 Meter Abstand zwischen den einzelnen Automatenhallen liegen. Das bedeutet, dass theoretisch, aufgrund der hohen Angebotsdichte in Hannover viele Betreiber ihr gewinnbringendes Geschäft einstellen müssten. Es ist mit einer hohen Klagewelle zu rechnen.

Aus Sicht der Suchtprävention ist die Verringerung des Überangebotes in Hannover, (148 Konzessionen an 98 Standorten,), ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Allein in unserer Beratungsstelle hat sich in den letzten Jahren, die Beratungsanfrage vervielfacht. 2008 gab es 25 Neuaufnahmen und im letzten Jahr bereits über 100 Personen, die aufgrund einer ausgeprägten Glücksspielproblematik das Diakonische Werk aufsuchten. Über 90 % der betroffenen Ratsuchenden geben an, dass das Automatenspiel das bevorzugte Glücksspiel sei. In der Folge gibt es hohe Verschuldungen mit wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Folgeschäden.

In den letzten Jahren sind parallel zu der Anzahl der Spielgeräte auch die Höhe der Spieleraufwendungen gestiegen. Allein in Hannover wurden nach aktuellen Studien im Jahr 2013 , 140.000 Euro täglich investiert (Trümper-Studie 2014). Die Spielhallenumsätze in Hannover liegen somit bei ca. 51 Mio Euro pro Jahr, Geld, das den Betroffenen zum Leben fehlt."

17:30 SAT.1 REGIONAL vom 2.6.16

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