Schulmaterial darf für Kinder in Armut nichts kosten!

01.10.2018

In der Sozialberatung des Diakonischen Werkes begegnen uns immer wieder Familien, die sich die Schulmaterialien für ihre Kinder nicht leisten können. Kinder werden so von Bildungsmöglichkeiten ausgeschlossen. Es wird so für viele schwierig bis aussichtslos, aus der Armutsspirale zu entfliehen.

Derzeit liegen die tatsächlichen Schulbedarfskosten, das geht aus den Materiallisten der Schulen hervor, über der Summe, die im Regelsatz für Hartz IV–Empfänger vorgesehen ist. Auch die Leistungen des BuT-Paketes, können den notwendigen Bedarf nicht auffangen. Die über das BuT-Paket bereitgestellten Hilfen werden nur unzureichend in Anspruch genommen. Dies macht deutlich, dass viele dieser Hilfen nicht bei den Familien ankommen; aus Unkenntnis, oder weil der Weg dahin zu kompliziert erscheint. Durch eine Untersuchung aus dem letzten Jahr wurde deutlich, dass mindestens 153,- € durchschnittlich für Schulbedarf benötigt werden. Im Einzelfall ist der Bedarf sogar doppelt so hoch.  Familien, die von uns beraten werden, haben meistens mehrere Kinder in verschiedenen Schulformen. Da kommen so einige Beträge zusammen.

Zu Beginn des aktuellen Schuljahres konnten wir über 125 Familien und ca. 250 Kinder mit ca. 17.000,- € aus Spendenmitteln unterstützen. Und wir erreichen nur die, die den Weg zu uns gefunden haben.

Wir begrüßen und unterstützen daher die Forderungen der Diakonie in Niedersachsen. Wir möchten die Forderung noch ergänzen.

Für Familien mit schulpflichtigen Kindern sollten die tatsächlichen, durch die Schulmaterialisten dokumentierten, Kosten, durch die Sozialleistungsträger voll übernommen werden.

Rainer Wilke

 

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