Richtfest für ein neues Zuhause von wohnungslosen Menschen

Der Richtkranz wird vom Kran an seinen Platz befördert. Foto: RMB
04.09.2020

Schneller als erwartbar, wurde nun Richtfest gefeiert! Die Stiftung Ein Zuhause hat es in rekordverdächtiger Zeit geschafft, den Rohbau für 15 geplante Mietwohnungen am Karl-Imhoff-Weg 9 B in Hannover Vahrenwald errichten zu lassen.

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes hielt ein kurzes Grußwort:

Draußen wird es kälter - die Tagestreffs für Wohnungslose sind eh klein und durch Corona noch kleiner geworden - einfach, weil die Abstandsregel dazu führt, dass nur wenige einen Platz finden.
Und jetzt?
Vor der Tür lassen?
Das ist nur ein Problem. Eines von vielen.
Housing first ist eine Lösung. Eine Lösung von vielen.
Es ist richtig, dass wir die ausprobieren.
Und man muss ja mal sagen:
Wahnsinn!
Als wir das erste Mal darüber sprachen, als Sie, Herr Güldenberg von der Idee erzählten, dachte ich: Klasse. Ich dachte aber auch: O.K. bis das auf den Weg kommt, das dauert.
Und jetzt stehen wir beim Richtfest.
Mehr geht nicht.
Wir sind in Vielem gut in Deutschland. Leider auch in der Überregulierung.
Hier heute stehen zu dürfen, zeigt, dass es geht.
Dass Probleme gelöst werden können.

Zumal das Thema uns weiter beschäftigen muss:
Es gibt zu wenig kleine Wohnungen, die erschwinglich sind. Besonders hier in Hannover.
Die Zahl der Belegsrechtswohnungen sinkt. Trotz aller Anstrengenden. Bauen braucht Zeit.
Wenn eine halbe Million Menschen bundesweit nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe wohnungslos sind, dann müssen wir etwas tun.   
Und es werden mehr.
Runde Tische sind wichtig. Bauen, bauen bauen ist noch wichtiger. 

Zudem: Die Zahl wohnungsloser Menschen unter 25 Jahren steigt. 
Die sind in der Diskussion oft gar nicht im Blick. Die sollen seit der sog. Instrumentenreform zu Hause wohnen, wenn sie keine Wohnung haben. Machen sie aber nicht.  
Sie wohnen lieber drei Wochen bei dem einen Freund, dann drei Wochen beim anderen. Und dann? Zurück nach Hause?
Funktioniert nicht. 
Es gäbe noch viele Stichworte zu sagen:
Etwa die gesundheitliche Versorgung von Wohnungslosen und und und.

Eines lassen Sie mich aber noch sagen:
Die Zuwanderung aus Osteuropa. 
Wenn wir ehrlich sind: Hier kommen wir zum Teil inhaltlich und auch emotional an unsere Grenzen.
Die Verständigung ist schwierig, Alkoholmissbrauch als Folge eines fehlenden sozialen Netzes macht es nicht leichter. 
Weiterführende Angebote haben wir für „Werner“. Für Wladimir nicht - er ist nicht anspruchsberechtigt. Wladimir bleibt in der Regel aber hier. Und jetzt?
Genug der Stichworte.

Aufgaben gibt es genug:
Aufgaben, die uns schon die Bibel mit auf den Weg gibt: 
„Die, die ohne Obdach sind, führe ins Haus.“
In dieser Tradition verstehen sich die diakonischen Gründungsmitglieder der Stiftung,
Und ich kann nur sagen:
Genau das brauchen wir doch in unserer Gesellschaft: Menschen, die nicht nur reden, sondern tun.
Deshalb danke allen, und da schließe ich gleich die Bauarbeiter mit ein, danke allen, die das möglich gemacht haben.
Und dafür sorgen, dass hier nicht nur ein Haus, sondern ein Zuhause entsteht.
Deshalb weiterhin gutes Gelingen und: Gottes Segen für eure Arbeit.

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