Ökumenische Essenausgabe versorgt Bedürftige mit warmer Mahlzeit

Zu sehen sind Pastorin Elisabeth Griemsmann, Evangelisch-reformierte Gemeinde Hannover und Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes mit FFP2-Masken, die einen Teller und eine Suppenkelle in der Hand halten und in die Kamera schauen.
Pastorin Elisabeth Griemsmann, Evangelisch-reformierte Gemeinde Hannover und Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes in der Ökumenischen Essenausgabe. Foto: Severine Bunzel
07.01.2021

Unter Einhaltung der aktuellen Hygienebestimmungen hat die Ökumenische Essenausgabe auch in diesem Jahr in der kalten Jahreszeit für Wohnungslose und bedürftige Männer und Frauen ihre Türen geöffnet.

Seit Anfang Januar erhalten die Hilfsbedürftigen von Montag bis Freitag in der Zeit von 10:30 Uhr bis 13:30 Uhr bis Ende Februar eine kostenlose warme Mahlzeit. Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Hannover stellt dafür ihren Gemeindesaal mit der Küche und dem Foyer zur Verfügung. Die Räumlichkeiten befinden sich in der Innenstadt in der Lavesallee 4.



Begrenzte Platzzahl - längere Öffnungszeiten

Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen ist die Platzzahl in der Ökumenischen Essenausgabe in diesem Jahr beschränkt. Das Hygienekonzept erlaubt, dass 26 Hilfebedürftige gleichzeitig in den Räumlichkeiten ihre warme Mahlzeit aufnehmen dürfen. Aufgrund dieser Begrenzung wurden die Öffnungszeiten der Ökumenischen Essenausgabe in diesem Jahr von zwei auf drei Stunden am Tag erweitert. Zudem besteht die Möglichkeit, sich eine Mahlzeit mitzunehmen. Stefanie Ganser von der katholischen Kirchengemeinde St. Heinrich sagt: „Neben der Dankbarkeit der Menschen fällt besonders die große Akzeptanz der Hygienebestimmungen auf. Die Menschen sind dankbar über das Angebot und nehmen alle Maßnahmen gerne in Kauf“.

Am ersten Tag hat die Ökumenische Essenausgabe 60 kostenlose Mahlzeiten verteilen können; bereits am übernächsten Tag wurden 90 Mahlzeiten ausgegeben. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Nachfrage nach den kostenlosen Mahlzeiten zu Beginn geringer ist und im Laufe eines Monats ansteigt. Im letzten Jahr wurden bis zu 280 Portionen am Tag an Bedürftige verteilt.

Raum für Körper und Seele

Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes sagt: „Ein wichtiger Teil der Ökumenischen Essenausgabe ist es Raum zu bieten: Nicht nur für etwas Warmes für den Körper, sondern auch für die Seele. Und das gestaltet sich in diesem Jahr schwieriger aufgrund der Hygienebestimmungen“. Christine Tursi von der Heilsarmee Hannover ergänzt: „Wir bieten Raum zum Plaudern mit Abstand: Die Not ist groß; die Einsamkeit auch.“

Das Angebot der Ökumenischen Essenausgabe wird durch Spenden und Kollekten finanziert. Pro Jahr werden rund 60.000 Euro benötigt. Die Mahlzeiten erhält die Ökumenische Essenausgabe von Montag bis Freitag von unterschiedlichen Anbietern. Das sind Kochen für Obdachlose e.V., Nord L/B, Diakoniekrankenhaus Friederikenstift und Lindener Tisch e.V. Um den Essentransport und die Essenausgabe kümmern sich 35 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Anne Wolter, Koordinatorin Zentrale Beratungsstelle - Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes Hannover weist darauf hin: „Eine Neuheit in diesem Jahr ist, dass die Ökumenische Essenausgabe auch das Jugendgästehaus in Hannover-Wülfel mit warmen Mahlzeiten versorgt, in dem derzeit 27 obdachlose Menschen untergebracht sind.“

Kostenlose Mahlzeit für Hilfsbedürftige seit über 30 Jahren

Das Diakonische Werk Hannover koordiniert seit mehr als 30 Jahren das Angebot der Ökumenischen Essenausgabe. Die weiteren Kooperationspartner sind die Evangelisch-reformierte Gemeinde Hannover, die Heilsarmee Hannover, die katholische Kirchengemeinde St. Heinrich und die Neustädter Hof- und Stadtkirchengemeinde St. Johannis.

In der Stadt Hannover sind rund 3.000 Menschen wohnungslos; 300 von ihnen sind obdachlos. Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes betont: „Das Hilfsangebot für die bedürftigen Menschen in unserer Stadt ist während der Corona-Pandemie gewachsen, ebenso die Herausforderung diesen Menschen zu helfen. Neben der Ausweitung der Hilfsangebote ist aber auch jeder einzelne Mitbürger unserer Stadtgesellschaft gefragt, die Armen nicht zu übersehen“. 

Severine Bunzel
Referat für Öffentlichkeitsarbeit Stadtkirchenverband Hannover

 

Das Projekt wird auschließlich durch Spenden finanziert. Damit es weiterhin stattfinden kann sind wir dringend auf Unterstützung angewiesen:

Spendenkonto:
IBAN: DE76 5206 0410 0200 6012 33
Evangelische Bank
Stichwort: Ökumenische Essenausgabe

 Mehr zur Ökumenischen Essenausgabe finden Sie hier

In den Stadtteilen

befinden sich Einrichtungen der Diakonie

Menschen in Stadt(-teil) und Gemeinde