Gemeinschaftsaktion - Weg mit den Schulden!

08.06.2018

Die Aktionswoche Schuldnerberatung stand 2018 unter dem Motto „Weg mit den Schulden“. In Zusammenarbeit mit den Schuldnerberatungsstellen der Wohlfahrtverbände in Hannover (Caritas, AWO, Der Paritätische (STEP) und das Diakonische Werk) fand auch in diesem Jahr eine gemeinsame Aktion statt. Während des Pressetermins am 05.06.2018 wurde ein Beitrag für das regionale Fernsehen aufgenommen. Den entsprechenden Link finden sie auch auf dieser Seite.     

Damit Menschen aus den Schulden herauskommen, ist ein Bündel von Maßnahmen notwendig. Neben der persönlichen Anstrengung des Schuldners ist auch der Staat gefordert! Dies fordert die Soziale Schuldnerberatung anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung 2018 „Weg mit den Schulden!“ Die Politik muss im Gesetz einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung verankern. Denn nur so ist der Zugang zur Sozialen Schuldnerberatung für alle Betroffenen, unabhängig vom Einkommen gewährleistet. Zahlreiche Studien belegen die vielfältigen positiven Wirkungen von Sozialer Schuldnerberatung. Die Soziale Schuldnerberatung macht es möglich, dass Menschen wieder das Heft des Handelns in wirtschaftlichen Dingen in die Hand bekommen und eine Chance auf Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben erhalten. Es geht immerhin um 6,9 Millionen Menschen in Deutschland, die überschuldet sind oder nachhaltige Zahlungsprobleme haben. Dieser Personenkreis profitiert nicht von der wachsenden Wirtschaft, den sinkenden Arbeitslosenzahlen und der steigenden Kaufkraft. Sie haben neben finanziellen Schwierigkeiten oft auch soziale Probleme.

Hier setzt die Soziale Schuldnerberatung an. Sie hilft ver- und überschuldeten Menschen dabei, ihre sozialen und finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen, damit sie wieder Perspektiven sehen. Davon profitieren aber nicht nur die Schuldner. Die Gläubiger profitieren, weil die Soziale Schuldnerberatung zwischen Gläubigern und Schuldnern vermittelt. Und auch für die öffentlichen Haushalte rechnet sich die Schuldnerberatung: Verschuldete Menschen, die ihre Situation im Griff haben, haben verbesserte Berufsaussichten, das senkt Sozialausgaben. Zugleich steigen Steuern und die Einnahmen der Sozialkassen.

Doch das allein reicht nicht aus. Schuldner­beratung muss bedarfsgerecht ausgebaut werden. Es muss weitere, gemeinnützige Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen geben, damit der Bedarf im ländlichen Raum gedeckt, lange Wartezeiten vermieden und die Prävention ausgebaut werden kann. Zudem muss für die Beratungsstellen eine angemessene personelle und materielle Ausstattung gewährleistet werden. Trotz aller Beratungsmöglichkeiten darf die Politik nicht übersehen, dass die Grundsicherung für Arbeitslose und die Sozialhilfe nicht bedarfsdeckend sind und angepasst werden müssen. Ratsuchende mit niedrigem Einkommen sind oftmals nicht in der Lage, größere Reparaturen oder Anschaffungen wie Waschmaschine oder Kühlschrank zu tätigen. Sie sind gezwungen, Finanzierungsangebote zu nutzen oder Darlehen beim Jobcenter aufzunehmen. Die Rückzahlung sprengt häufig das ohnehin schon knappe Budget. Überschuldung ist oftmals die Folge. Eine bedarfsdeckende Anpassung dieser Leistungen würde helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Link: Sat 1 regional

Foto: Christian Degener AWO Region Hannover e.V.

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