Fortbestand der Essenausgabe für Geflüchtete ist gesichert

(V.l) Jan Jelinski (Diakonisches Werk Hannover), Jobst Reller (Landeskirchenamt Hannover), Michael Knüppel (Geschäftsführer Studentenwerk Hannover), Olga Murashko (Ehrenamtliche), Roman Werhowod (Initiative helpNETwork), Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp (Geschäftsführer Diakonisches Werk Hannover), Ricarda Niedergerke (Niedergerke-Stiftung), Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes (Stadtkirchenverband Hannover) Dirk Roßmann (Unternehmensgründer Dirk Rossmann GmbH), Udo Niedergerke (Niedergerke-Stiftung) Foto: Severine Bunzel
27.07.2022

Die Stadt Hannover und auch die Region sind für viele Geflüchtete aus der Ukraine in den letzten Monaten zum ersten Anlaufpunkt geworden. Seit Beginn des Krieges unterstützen der Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover und die Diakonisches Werk Hannover gGmbH die Geflüchteten mit umfangreichen Hilfsangeboten.

Für den Monat Juli führte der Stadtkirchenverband Hannover und das Diakonische Werk Hannover, gemeinsam mit der Ricarda und Udo Niedergerke-Stiftung und der Initiative helpNETwork, die ehrenamtlich unterstützte Essenausgabe in den Räumen des Leibniz-Cafés in der Mensa des Studentenwerkes Hannover fort. Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes betont: „Tag für Tag, Nacht für Nacht fallen Bomben auf die Wohnungen von Ukrainerinnen und Ukrainer. Und sie müssen fliehen. Es reicht nicht zu sagen: Jetzt kümmern sich die Ämter und alles läuft. Wenn Tag für Tag eine dreistellige Zahl an Menschen in die Essenausgabe kommt, um ein kostenloses Essen zu erhalten, zeigt das: Hilfe ist dringend nötig.“

Deswegen geht die Essenausgabe für geflüchtete Menschen im Leibniz-Café an der Mensa auch im August weiter. Dirk Roßmann, Unternehmensgründer der Dirk Rossmann GmbH, unterstützt das Projekt finanziell für die nächsten sechs Monate: „Der Hintergrund unserer Spende für die Essenausgabe ist wie so oft meine Frau. Nachdem sie einen großen Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung gelesen hatte, sagte sie zu mir: Das ist wichtig. Das unterstützen wir.“ Es folgte ein Anruf bei Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes. So ist der Fortbestand der Essenausgabe für die kommenden sechs Monate gesichert. „Der furchtbare und schändliche Krieg in der Ukraine ist ein weltweiter Rückschritt. Nicht nur der Krieg, sondern auch das, was drumherum passiert. Für mich war es immer wichtig, dem Leben einen Sinn zu geben. Miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander. Deshalb engagieren wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten,“ so Dirk Roßmann.

Auch der Standort der Essenausgabe im Leibniz-Café bleibt bis auf weiteres bestehen. Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp, Geschäftsführer der Diakonisches Werk gGmbH sagt: „Alle Beteiligten sind gewillt, dieses Angebot so weiterzuführen. Herzlichen Dank – ich denke, es ist ganz großartig, was hier geschieht, was unsere Stadtgesellschaft gemeinsam auf die Beine stellt.“ Michael Knüppel, Geschäftsführer des Studentenwerkes Hannover ergänzt: „Finanziell sind unsere Mittel begrenzt, aber wir können Räumlichkeiten bieten. Unsere Betriebe produzieren täglich 100 Mahlzeiten für die Essenausgabe. Wir unterstützen gerne Kirche und Diakonie sowie die Betroffenen.“

In der Essenausgabe sind auch Menschen in Not aus Hannover und anderen Nationen willkommen. Udo Niedergerke, Ricarda und Udo Niedergerke-Stiftung, betont: „Bei der Essenausgabe geht es nicht nur um die Einnahme von Kalorien, sondern auch um eine soziale Gemeinschaft. Die Essenausgabe ist für alle da und ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt geworden.“

Organisiert und weitergeführt wird die Essenausgabe vom Stadtkirchenverband Hannover gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Hannover und der Initiative helpNETwork. Roman Werhowod, Initiative helpNETwork, sagt: „In der Essenausgabe gibt es für die Geflüchteten neben einer täglichen kostenlosen Mahlzeit auch weitere Hilfe und Unterstützung, beispielsweise Deutschkurse. Ganz wichtig ist auch das soziale Miteinander.“ Olga Murashko, die selbst aus der Ukraine geflüchtet ist und ehrenamtlich in der Essenausgabe hilft, erzählt: „Viele Menschen kommen allein in die Essenausgabe und sitzen dann gemeinsam mit anderen an einem Tisch. Man sieht, wie von ihnen der Stress abfällt, weil sie in einer Umgebung sind, wo sie sich verstanden fühlen. Das Größte für mich an meiner Tätigkeit hier ist, Teil von etwas zu sein, das für Gerechtigkeit und gegen Ungerechtigkeit kämpft.“

In den Stadtteilen

befinden sich Einrichtungen der Diakonie

Menschen in Stadt(-teil) und Gemeinde