Einkaufsgutscheine helfen bedürftigen Frauen und Familien

07.07.2020

Die Abteilung SINA unterstützt junge Frauen mit und ohne Kind auf der Suche nach einem für sie und ihre Lebensbedingungen passenden Beruf und Ausbildungsplatz. Wir qualifizieren junge Frauen, bieten sozialpädagogische Unterstützung in deren individuellen Lebenssituationen und bilden aus in den Bereichen Büromanagement und Mediengestaltung. Wir begleiten junge Mütter durch die Teilzeitausbildung und berei-ten einige auf die nun z. T. verschobenen Abschlussprüfungen vor. Im März haben 20 junge Mütter einen neuen Vorbereitungslehrgang auf eine Teilzeitausbildung begonnen.

Im Projekt „Next Step“ werden Frauen mit Fluchthintergrund vorrangig zum Thema Ausbildung, Arbeitsaufnahme aber auch zu allgemeinen Themen wie Wohnen, Kinder und Gesundheitswesen beraten. In der kleinen Kita „Amandarienchen“ werden 10 Kinder unter 3 Jahren liebevoll betreut.
Anhand eines Beispiels möchten wir nachfolgend darlegen, warum eine finanzielle Unterstützung der von uns begleiteten Frauen und ihren Familien notwendig ist.

Marie hat eine zweijährige Tochter, die seit August 2019  in der kleinen Kindergruppe „Amandarienchen“ liebevoll betreut wird. Marie kam vor 3 Jahren aus Senegal nach Hanno-ver. Inzwischen spricht sie ganz gut Deutsch und möchte eine Ausbildung machen, am liebs-ten im medizinischen Bereich. In ihrer Heimat hat sie Abitur gemacht. Vom Vater ihrer Tochter Eliza lebt sie inzwischen getrennt. Im Gespräch mit der Leiterin der Kindergruppe, Sonja Stephan, erfährt Marie vom SINA Projekt „TaF“ – der Teilzeitausbildung für junge Frauen mit Kind. Marie ist interessiert – das könnte eine Möglichkeit sein, eine Ausbildung zu schaffen, auch als alleinerziehende Mutter. Sie nimmt Kontakt zu einer SINA Kollegin im Haus auf und führt ein erstes Gespräch. Alles passt! Marie freut sich, im März 2020 am Vorbereitungslehrgang für die Teilzeitausbildung teilnehmen zu können. Eliza wird in der Zeit des Unterrichts bei Amandarienchen betreut. Zwei Tage läuft alles gut an – dann kommt die Corona Pandemie auch nach Hannover.

Es folgen Kita-Schließung, die alternative Durchführung des Vorbereitungslehrgangs in Form von Telefonaten, Emails, der Nutzung einer digitalen Lernplattform und Telekonferenzen. Es gibt viel zu tun – bis August soll ein Ausbildungsplatz gefunden werden. Als was? Das wollte Marie in der Berufsorientierung im Vorbereitungslehrgang genau herausfinden. Nun ist alles anders. Auch finanziell. Marie muss mehr einkaufen, da Eliza nicht wie sonst üblich sowohl Frühstück als auch eine warme Mittagsmahlzeit in der Kindergruppe einnimmt. Manchmal kauft sie ihr auch ein kleines Bilderbuch zur Belohnung, denn Eliza muss sich nun auch öfter allein beschäftigen, wenn Marie die Aufgaben aus dem Vorbereitungslehrgang macht oder telefoniert. Nicht alles kann sie abends erledigen, wenn Eliza schon schläft.   Drogerieartikel wie Seife, Putzmittel und Windeln werden nun öfter eingekauft, wenn beide zu Hause sind. Marie versucht auf gesunde Ernährung für sie beide zu achten.  Dann ging auch noch der alte Buggy kaputt und Maire musste einen neuen kaufen, um Kind und Einkauf zu transportieren.

Gut, dass Marie bei SINA ist und dort begleitet wird. Das Team hilft Marie alles dafür zu tun, dass sie im August, vielleicht in diesem Jahr auch etwas später eine Ausbildung beginnt. Gut, dass Eliza inzwischen wenigstens wieder tageweise in die Kindergruppe gehen darf.  Gut, dass Dank einer Spendenaktion des Diakonischen Werkes Einkaufsgutscheine für Lebensmittel und Drogerieartikel an bedürftige Frauen und deren Familien ausgegeben werden können. Marie und Eliza sind nur ein Beispiel für viele individuelle Notlagen. Allein bei SINA werden rund 90 Frauen begleitet, betreut und beraten, viele von ihnen haben Kinder.

Bettina Herter

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