Eigenes Konsumverhalten hinterfragen

09.03.2021

Der schnelle Griff zu den Süßigkeiten, deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm, das eine oder andere Gläschen Wein am Abend. All das sind Gewohnheiten, die in Zeiten der Pandemie nachvollziehbar sind. Doch so richtig gesund ist das auf Dauer nicht.

Lassen sich die Gewohnheiten nach dem Ende der Corona-Pandemie problemlos wieder ablegen oder laufen wir Gefahr, dass wir uns zu sehr an eine ungesunde Lebensweise gewöhnen?


Konsumverhalten durch SKOLL ändern

„Suchtmittel oder riskante Verhaltensweisen bieten natürlich eine gewisse Ablenkung, ein Abtauchen in eine andere Welt die vielleicht Geborgenheit verspricht, Sorgen verdrängt und für einen kurzen Moment glücklicher macht. Das darf auch mal sein. An der Stelle ist jedoch das Maß und die Art der Gewohnheit von Konsumverhaltensweisen entscheidend, ob daraus ein Problem wird,“ erklärt Benjamin Morgenstern, Sozialpädagoge der Suchtberatungsstelle in Laatzen. In Laatzen bietet daher das Team der Fachstellen für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes Hannover das Selbstkontrolltraining (SKOLL) als neues Angebot an.

Ziel von SKOLL ist es, die Teilnehmer:innen bei der Erreichung eines selbstbestimmten und risikobewussten Konsums zu unterstützen. Dabei steht der reduzierte und kontrollierte Konsum im Vordergrund und nicht die Abstinenz. „Die Schwierigkeit besteht nämlich zum Einem darin, sich einzugestehen, dass das momentane Konsumverhalten riskant, vielleicht auch missbräuchlich betrieben wird und zum Anderem Veränderungen herbeizuführen und diese zu stabilisieren,“ so Morgenstern weiter. SKOLL wirft einen Blick auf bestimmte Konsumweisen, vermittelt Anregungen und hilft gerade in Krisenzeiten, neue und gesündere Rituale zu etablieren.

Schritt für Schritt zum Ziel

Gerade in Zeiten von Corona fällt es schwer auf ungewünschte Gewohnheiten zu verzichten oder diese zu reduzieren. Sich einzuschränken werde erträglicher, wenn man mit einer Alternative ausgleichen kann. So berichtet Benjamin Morgenstern: „Ersatz zu finden ist demnach ein normaler Impuls und hat im Grunde den Effekt, dass wir da eine Lücke schließen möchten. Man sollte sich mit den Einschränkungen nicht übernehmen. Meine Empfehlung ist, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Es ist schwer genug, eine Gewohnheit zu hinterfragen und diese zu verändern. Je mehr dann dazu kommt umso anstrengender wird es,“ erklärt Morgenstern.

Und Corona kann in dieser Hinsicht auch eine Chance sein. „Diejenigen die zuvor vielleicht nur im geselligen Kreise konsumierten, müssten sich gerade in dem Zusammenhang nach Alternativen umschauen. Wer sich jetzt mit seinem Konsum auseinandersetzt, kann hier bestenfalls bisherige Verhaltensweisen reflektieren und verändern,“ so Morgenstern weiter.

Jetzt mit dem Training starten:

Wer am Training teilnehmen möchte, wird in acht Einzelsitzungen oder 10 Gruppensitzungen angeleitet, risikobewusst und selbstbestimmt mit der Konsumform umzugehen. In Zeiten von Corona bietet die Suchtberatung Einzelsitzungen im persönlichen Kontakt als auch per Videokonferenz an.

Zu erreichen ist die Suchtberatungsstelle in Laatzen per E-Mail unter suchtberatung.laatzen(at)dw-h.de oder Benjamin.Morgenstern(at)dw-h.de als auch telefonisch unter 0511 827602.

 

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