Diakoniepastor Müller-Brandes zum Angriff auf Obdachlosen am Raschplatz

23.03.2017

Nach dem Angriff auf einen Obdachlosen am Raschplatz mahnt Hannovers Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes zu mehr Aufmerksamkeit:

„Der Angriff auf einen osteuropäischen Obdachlosen am Raschplatz zeigt, dass es oft die Schwächsten der Gesellschaft trifft. Die Zahl der Wohnungslosen gerade aus Osteuropa ist gestiegen. Durch ein neues Bundesgesetz haben viele, auch der Angegriffene (ein der Diakonie bekannter Besucher des Kontaktladen Mecki), keine Ansprüche an das deutsche Sozialsystem.

Wohnungslose drängen sich nicht in den Vordergrund. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir gemeinsam hinschauen und nicht vorbeigehen. Sondern uns einsetzen, wenn es einem schlecht geht. Gut, dass die Frau, die ihn gefunden hat, das Richtige getan hat. Wohnungslose fallen nicht gern auf, gerade wenn sie draußen schlafen. Aber inzwischen kann man sie nicht mehr übersehen. Die Verelendung wird sichtbar.

Viele Menschen kommen aus Osteuropa. Es sind EU-Bürger, die zu uns kommen, weil sie sich Besserung ihrer sozial schlechten Lage erhoffen. Für sie gilt die Freizügigkeitsregelung. Aber es gibt ein neues Gesetz: Ansprüche an unser Sozialsystem gibt es erst nach fünf Jahren. Vorher waren es sechs Monate. Das heißt, die Menschen, die hier sind, haben keine Ansprüche und leider oft keine Perspektive.

Wir müssen den Anblick von Armut von Elend ertragen - aushalten. Und wir müssen hinschauen. Ganz schlicht helfen, wenn jemand in Not ist. Ich glaube, da ist jeder einzelne von uns gefordert“.

 

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Auszug aus Hallo Niedersachsen in NDR Fernsehen vom 23.3.17

NDR-Regionalnachrichten 23.3.17 um 18.00 Uhr

 

 

 

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