Diakoniepastor mahnt: Pflege muss attraktiver werden!

Im Bild v.l.n.r.: Pflegedienstleiterin Angelika Capellmann, Pflegekraft Sandra Grey, Bewohnerin Lisa Schmidt (sitzend), Sozialministerin Cornelia Rundt, Diakoniepastor und Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Hannover Rainer Müller-Brandes, AOK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Peter und Einrichtungsleiter Harald Ziebell.
09.12.2016

Die AOK Niedersachsen war am 8.12.2016 durch ihren Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Peter  im Pflegeheim Badenstedt Dietrich-Kuhlmann-Haus vertreten, das Diakonische Werk Hannover als Betreiber des Pflegeheim Badenstedt durch Diakoniepastor und Geschäftsführer Rainer Müller-Brandes und Einrichtungsleiter Harald Ziebell. Sozialministerin Cornelia Rundt war gekommen, um sich vor Ort einen Eindruck von der Wirksamkeit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu machen, welches von der AOK Niedersachsen über vier Jahre unter dem Titel BONAS begleitet wurde, und den Akteuren dafür Dank zu sagen.

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes dankte für das Engagement und die Unterstützung der AOK, machte aber auch deutlich, dass Belastungen durch das Programm zwar reduziert würden, strukturell aber der Fachkräftemangel und die Refinanzierung der Pflege den Trägern enge Grenzen setzten. Die Attraktivität der Pflege müsse dringend erhöht, die Rahmenbedingungen durch die Landespolitik - mit Verweis auf andere Bundesländer hinsichtlich Finanzierung und Personalausstattung - deutlich verbessert werden.

Im Folgenden die Pressemeldung der AOK Niedersachsen:

Hannover-Badenstedt, 8. Dezember 2016. Der Pflegeberuf ist körperlich und seelisch anstrengend,
zugleich steigt der Pflegebedarf in einer alternden Gesellschaft. Die Fluktuation der
Beschäftigten in Pflegeheimen und -diensten ist entsprechend hoch, vielerorts werden Fachkräfte
gesucht. Um die Arbeitsbedingungen in der Branche zu verbessern, bietet die AOK Niedersachsen
jetzt speziell zugeschnittene Beratungsmodule an. Unter dem Titel „Gesunde
Pflegeeinrichtungen“ soll es zukünftig leichter und einfacher werden, betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in der Pflegebranche zu etablieren. Die AOK baut auf konkrete Erfahrungen aus einem vierjährigen Projekt, unterstützt durch das niedersächsische Sozialministerium.
Fast 2000 Pflegekräfte aus 20 Betrieben konnten in diesem Zeitraum bereits profitieren.
„Wir können gar nicht genug Anstrengungen unternehmen, um Pflegekräfte zu stärken“, erklärte
Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt beim Besuch des
Pflegeheims in Badenstedt, wo sie auch das Gespräch mit Beschäftigten und Pflegebedürftigen
suchte: „Ihr Beruf ist sehr kräftezehrend, sowohl körperlich als auch geistig; und es verwundert
nicht, dass eines der größten Problem in der Pflege ist, dass einmal für den Pflegeberuf
gewonnene Menschen nach ein paar Jahren ausscheiden und den Beruf wechseln. Ich bin
davon überzeugt, dass ein gezielt auf Pflegekräfte ausgerichtetes Gesundheitsmanagement
hier nicht nur den Gesundheitszustand der Beschäftigten verbessern kann, sondern auch deren
Zufriedenheit und Verbleib im Beruf. Davon profitieren nicht zuletzt auch die Menschen,
die von diesen Fachkräften gepflegt werden.“ Im Pflegeheim Badenstedt – Dietrich-Kuhlmann-
Haus wurde bereits 2012 ein betriebliches Gesundheitsmanagement verankert.
„Gesunde und zufriedene Pflegekräfte sorgen für eine gute Unternehmenskultur, davon profitieren
auch die Pflegebedürftigen und der Arbeitgeber“, erklärt der AOK-Vorstandsvorsitzende
Dr. Jürgen Peter sein Engagement. Positive Auswirkungen würden sich unter anderem bei der
Mitarbeiterzufriedenheit widerspiegeln, aber auch konkret messbar durch geringere Mitarbeiterfluktuation
und weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten. „In jeder Einrichtung finden sich andere
Ausgangsvoraussetzungen, daher gibt es kein Standardrezept. Veränderungs- und Optimierungsmaßnahmen werden gemeinsam mit den Beschäftigten und der Einrichtungsleitung
erarbeitet. Das schafft zugleich die nötige Akzeptanz auf allen Seiten“, so Peter. Landesweit
setzt die AOK 23 geschulte Berater in Pflegeeinrichtungen ein.

Betriebliches Gesundheitsmanagement bedeutet nach Erfahrung der AOK stets eine Gesamtschau
auf das Unternehmen. Es gehe also gerade nicht nur um das Gesundheitsverhalten der
einzelnen Beschäftigten, zum Beispiel einen rückengerechten Umgang mit Patienten oder gesunde
Ernährung und Entspannung. Vielmehr stünden Organisationsprozesse, Betriebsklima,
Führungsverhalten und interne Kommunikation im Fokus. „Wertschätzung, Gerechtigkeit und
Fairness am Arbeitsplatz wirken sich direkt positiv auf den Krankenstand und die Dauer von
Erkrankungen aus“, betont Peter.
Eine nachweislich erfolgreiche Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen lohnt sich für
die Pflegebetriebe doppelt: Die AOK Niedersachsen hat ihre Bonusregelung aufgestockt, um
einen zusätzlichen Anreiz zu mehr Gesundheit zu schaffen. Sie zahlt zukünftig für drei Jahre
eine jährliche Prämie von 200 Euro je AOK-versicherten Beschäftigten aus, die sich Arbeitnehmer
und Arbeitgeber teilen.

 

Fotos: AOK Niedersachsen

 

 

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Im Bild v.l.n.r.: Pflegedienstleiterin Angelika Capellmann, Einrichtungsleiter Harald Ziebell und Sozialministerin Cornelia Rundt (stehend) mit den Bewohnerinnen Inge Nagel und Irmgard Leinemann-Schmidt.
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