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Der erste Leine-Lotse Jens Frese geht in den Ruhestand

19.06.2024

Jens Frese stieß 1989 zu den Leine-Lotsen, damals ein kleiner Verein mit nur vier Angestellten. „Der Name ‚Leine-Lotsen‘ kam auf, weil das Team die Jugendlichen durch das Behördenchaos lotste, ähnlich wie Lotsen, die Schiffe durch schwierige Gewässer navigieren. Im Sinne der Lotsenarbeit: Wir gucken, dass die Jugendlichen das bekommen, was sie beanspruchen dürfen“, erinnert sich Frese. Heute ist die Abteilung für Jugend- und Familienhilfe des Diakonischen Werks Hannover auf knapp 50 Mitarbeiter angewachsen und arbeitet an verschiedenen Stützpunkten in Hannover.

Die Leine-Lotsen bieten ambulante Hilfen zur Erziehung, Jugendwohnbegleitung, therapeutische Hilfen für Kinder und Jugendliche, sozialraumorientierte Projektarbeit, Gewaltprävention und Ganztagsbetreuung an Grundschulen an.

Zu Beginn betreute Frese eine Wohngruppe für Jugendliche, die auf der Straße lebten oder aus schwierigen familiären Verhältnissen kamen. „Diese Arbeit lief gut, sodass wir bald eine weitere Wohngruppe eröffneten“, erzählt Frese. Später verlagerte er seinen Schwerpunkt auf die Jugendwohnbegleitung, half jungen Menschen bei der Wohnungssuche und Ausbildungsplatzversorgung und unterstützte sie bei Bedarf auch im Kontakt zur Familie.

„Sozialarbeit ist etwas, das ich lohnend und sehr wichtig finde“, betont Frese. Er erinnert sich an viele besondere Momente in seiner Karriere. „Ein Erlebnis bleibt mir besonders in Erinnerung. Ein junger Mann kam mit 15 Jahren zu uns, weil er es zu Hause nicht mehr aushielt. Wir fanden eine Wohnung für ihn und ich betreute ihn lange Zeit. Das war vor 32 Jahren und wir stehen immer noch in Kontakt. Solche Begegnungen hat man in anderen Berufsfeldern nicht.“ Diese Geschichten und Erfahrungen haben ihn geprägt und bestätigt, dass Veränderung möglich ist, wenn die Bereitschaft dazu vorhanden ist.

Neben seiner praktischen Arbeit hat Frese auch an der Hochschule Lehraufträge übernommen und Studierende in Sozialarbeit unterrichtet. „Es war eine Erfahrung, die mir besonders Spaß gemacht hat. Es ging vor allem um Grenzsetzung, Nähe und Distanz-Regelung – das sind auch die Schwerpunkte, mit denen man in der Sozialarbeit regelmäßig zu tun hat“, reflektiert Frese.

Ende Juni 2024 geht Jens Frese in den Ruhestand. Seine Zeit nach der Pensionierung möchte Frese entspannt angehen: „Ich plane, eine Zeit lang nichts zu machen und ohne Termindruck das Leben zu genießen. Ein weiterer Teil wird im Garten stattfinden, was mir immer geholfen hat, den Kopf freizubekommen.“

Jens Frese hinterlässt eine Abteilung, die durch seine wertschätzende und kontinuierliche Arbeit geprägt wurde. „Ich gehe ohne Wehmut, aber ich bin gerührt und berührt, wenn ich an die vergangene Zeit denke.“ Seine Kolleg*innen und die vielen Menschen, denen er geholfen hat, werden ihn in Erinnerung behalten. Wir danken Jens Frese für seinen unermüdlichen Einsatz und wünschen ihm alles Gute für seinen Ruhestand.

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