50 Jahre Evangelisches Beratungszentrum Oskar-Winter-Straße

Das Team, im Hintergrund die Räume des Ev. Beratungszentrums Oskar-Winter-Strasse.
19.11.2019

Feier in der Markuskirche

1969 -2019 - das Ev. Beratungszentrum war in den letzten 50 Jahren Anlaufstelle für 90.000 Menschen aus Stadt und Region. Am 15.11.2019 feierte die Einrichtung ihr 50jähriges Jubiläum in der Markuskirche mit einem Gottesdienst unter der Leitung von Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes.  Stellvertretender Stadtsuperintendent Thomas Höflich, Ev. luth. Stadtkirchenverband, Thomas Hermann, Bürgermeister der Landeshauptstadt, Pastor Rainer Bugdahn, Leiter der Hauptstelle für Lebensberatung der Ev.-luth. Landeskirche sowie Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover, würdigten in Grußworten die Einrichtung und ihre Mitarbeitenden. Mit einem Vortrag blickte Axel Gerland als Leiter der Einrichtung auf die bewegte Geschichte zurück.

Eine gemeinsame Teamaktion mit Texten des Literaten Frantz Wittkamp stellte die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in einen poetischen Rahmen und brachte viel Applaus unter den Gästen.  

Besondere Beachtung fand auch die Begleitmusik von Wolfgang Stute und Band.
Juniver
, Jugendberufshilfe Diakonie Hannover gGmbH, sorgte mit Getränken und kleinen Snaks für ein köstliches Buffet.

Unter dem Leiter Pastor Dr. Klaus Winkler nahm 1969 eine Psychagogin für Erziehungsberatung, eine Diplompsychologin für Ehe- und Lebensberatung und ein Sozialarbeiter für Lebensberatung die Arbeit auf. Damals war diese Einrichtung die erste dieser Art in Hannover, die von der evangelischen Kirche getragen wurde.          

Der Beginn der kirchlichen Beratungsarbeit in Hannover war aus Sicht des damaligen Landessuperintendenten Dr. Otto Schnübbe „ein bedeutsames Ereignis in der Geschichte der Hannoverschen Landeskirche“.  Kirchliches Leben im 20.Jhd. lasse sich nicht mehr nur auf dem normalen Gemeindepfarramt aufbauen. Es gebe eine Fülle von geistigen Problemen, die sich nicht ohne weiteres in der Ortsgemeinde integrieren lassen, erklärte Schnübbe weiter. In analoger Weise wies der damalige Leiter Dr. Karl Horst Wrage des Sozialmedizinschen Institutes der Landeskirche auf die Notwendigkeit einer in Seelsorge und Verkündigung der Kirche integrierten Beratungsarbeit hin.

In den ersten Jahren befasste sich das Team der damaligen  Ev.Lebensberatungsstelle hauptsächlich mit  Fragen der Erziehung und der Eheberatung. Über die Jahrzehnte hat sich dieses Feld stark erweitert um den Bereich der psychischen Störungen, Krisen und Lebensproblemen. Hinzugekommen sind Projekte und präventive Angebote wie z.B. die Suizidprävention für Jugendliche und junge Erwachsene sowie die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung.   

Ungebrochen hoch ist die Nachfrage nach psychologischer Beratung auch heute. So kamen auch im Jahr 2018 1733 Personen in das Ev. Beratungszentrum. Die meisten Anfragen bezogen sich auf  Ehe- und Paarprobleme, gefolgt von Trennungs- und Scheidungsberatungen. Auch die Zahl der Familienprobleme ist neben den Erziehungsproblemen wieder auf hohem Niveau.

Gestiegen sind die Zahlen der Arbeits- und Belastungsstörungen. Die Beratungsangebote zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement werden offen bar gut wahrgenommen. Immerhin gibt es mittlerweile über 20 Kooperationsverträge mit Firmen, Dienstleistern und behördlichen Institutionen, die für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Grundversorgung von drei Gesprächen kostenlos vorhalten.

In der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung suchten letztes Jahr 490 Personen unsere Hilfe. Relativ neu sind Anfragen von Single-Frauen mit Kinderwünschen, aber auch Beratungen zur Pränataldiagnostik werden vermehrt in Anspruch genommen. 

Um die 80% aller Beratungen sind nach 5 Gesprächen zu Ende. Die Erfahrungen zeigen hier, dass mit einer begrenzten Anzahl von Gesprächen schon gute Hilfe zur Bewältigung von Krisen oder Lebensproblemen geleistet wird.   

Soz.-Psych. M.A. Axel Gerland,
Leiter des Ev. Beratungszentrums

Weitere Fotos

Axel Gerland, Leiter des Ev. Beratungszentrums, begrüßt alle Gäste und gibt einen Überblick über 50 Jahre Geschichte der Einrichtung.
Worte der Mitarbeiterinnen Karin Aumann und Angela Wilhelm
Gemeinsames Singen
Blick in das Kirchenschiff
Einige "Prominenz"
Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes bei seiner Predigt
Grußwort des stellv. Stadtsuperintendenten Thomas Höflich
Grußwort des 1. Bürgermeisters Thomas Herrmann
Grußwort von Pastor Rainer Bugdahn, Landeskirche
Grußwort von Dr. Andrea Hanke, Sozialdezernentin der Region Hannover
Lichtblicke der Geschichte
Spannende Ein- und Rückblicke in Text und Bild.
Wolfgang Stute mit Band
Blick in die Kuppel
Literarisch-szenischer Beitrag des Teams
Mit Texten von Frantz Wittkamp
juniver sorgte für Getränke und Snaks
Reger Austausch am Buffet
Rückblickender Austausch
Die Band im Altarraum
Oskar-Winter-Straße
In den Stadtteilen

befinden sich Einrichtungen der Diakonie

Menschen in Stadt(-teil) und Gemeinde