Diakonisches Werk in Corona-Zeiten

Rainer Müller-Brandes

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Gradwanderung zu bestehen, darum geht es.

Als christlicher Wohlfahrtsverband wollen wir für die Menschen da sein, auch wenn andere gehen.

Aber wir wollen natürlich auch Infektionsketten unterbrechen und zusehen, dass wir gesund bleiben.

Jede Abteilung mit unseren Mitarbeitenden hat das in den letzten Wochen mit viel Kreativität und Ideen umgesetzt, schön, solche Menschen im Haus und in den Arbeitsfeldern zu wissen.

Was mich auch freut: Das wachsende Wir Gefühl in unserer Gesellschaft lässt die Ego-Haltung des Überflusskonsums alt aussehen - einfach um es einmal deutlich zu sagen.

Behalten wir unser Gottvertrauen, es gibt ein Danach.

Herzliche Grüße

Ihr

Rainer Müller-Brandes

Geschäftsführer und Diakoniepastor

 

Einblicke in Abteilungen und Einrichtungen des DWH

  • Die Leine-Lotsen - Jugend- und Familienhilfe

    Die Grundschulkinderbetreuung in der Abt. „Die Leine-Lotsen“ steht und stand durch die besondere Situation an den Schulen vor der Herausforderung eine angemessene Notbetreuung zu organisieren.  Als erstes wurde die Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen organisiert. Ab dem 27.04.2020 wurde langsam und Schritt für Schritt der Lehrbetrieb wieder aufgenommen und die Notbetreuung lief parallel weiter.

    Ab den Sommerferien soll nun wieder die Ferienbetreuung angeboten werden. Darüber freuen wir uns sehr, da die derzeitige Situation viele Kinder in ihren Entwicklungsmöglichkeiten beschränkt. Wir möchten den Kindern trotz der Corona-bedingten Regeln ein abwechslungsreiches Programm bieten, dass ihnen ein Stück Lebensqualität zurück gibt.

    Es hat sich gezeigt, dass ganz besonders in diesen Zeiten die Einzelfallhilfen (Familienhilfe, Jugendwohnbegleitung, AufKurs) dringend gebraucht werden. Unseren Mitarbeitenden ist es durch engagiertes und kreatives Handeln gelungen, die Formen der Betreuung und Beratung an die Pandemiebedingungen anzupassen, sodass eine kontinuierliche Betreuung möglich wurde. Von Anbeginn der Pandemie haben wir uns Sorgen über die Kinder aus benachteiligten Familien gemacht.

    Für Kinder aus Armutsfamilien besteht ein strukturelles Defizit bei der Teilhabe an Bildung. In einigen Schulen wird die APP „Anton“ eingesetzt. Hausaufgaben werden per Mailverteiler versandt. Unterricht findet als Videokonferenz statt. Viele Familien verfügen nicht über die technischen Möglichkeiten, ihren Kindern in dieser Form Teilhabe am Bildungssystem zu ermöglichen. Von Transferleistungen abhängige Familien erleben den Wegfall der Mahlzeiten in Betreuungseinrichtungen, Schließung der Tafeln, Wegfall von Minijobs etc.. Durch diese Umstände fehlt es vielen Familien schlicht an Geld, bzw. Ersatzleistungen wie Lebensmittelgutscheine.

    Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei allen Spendern bedanken, die durch Ihre Spenden eine wirksame Unterstützung möglich gemacht haben und weiterhin möglich machen. Wir freuen uns über die sehr konstruktive Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung. Auch wenn die Situation nach wie vor schwierig ist, haben sich viele Befürchtungen zerschlagen. Es ist eine gewisse Routine eingetreten und wir sehen vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

    Christian Boes

    Zur Abteilung...

     

    Evangelisches Beratungszentrum

    Die erste Welle des Corona-Shutdows erreichte auch uns. Die Ratsuchenden waren durch die neue Situation verunsichert und die grundsätzliche Anfrage nach Beratungen sank.

    Mittlerweile ist das Bedürfnis an persönlichen Beratungen wieder auf ein Maß von „vor Corona“ angestiegen. Unser Eindruck ist, dass die geltenden Schutzmaßnahmen gut angenommen werden und ihren Platz im Alltag gefunden haben.

    Auch bei uns im Beratungszentrum ist der Umgang mit den Schutzmaßnahmen absolut integriert. Bei uns finden persönliche Beratungen nach den allgemeinen Abstands- und Hygieneschutzregeln statt. Eine Beratung mit mehr als zwei Klienten zeitgleich ist daher nicht möglich. Zudem können keine weiteren Begleitpersonen bzw. Kinder mitgebracht werden.

    Termine werden ausschließlich per Telefon über das Sekretariat vergeben. Bei der telefonischen Anmeldung werden unsere Klienten über den Ablauf im Beratungszentrum und die Corona-Maßnahmen informiert. Auf Wunsch ist es möglich, eine telefonische Beratung in Anspruch zu nehmen. Dafür wird ebenfalls eine Terminvereinbarung benötigt.  Zusätzlich gibt es eine extra Telefon-Sprechstunde, für die keine vorherige Anmeldung erforderlich ist. Die Zeiten dieser Sprechstunde sind unserer Homepage zu entnehmen. 

    Die Schwangerenberatung, oftmals Antragsstellung „Mutter- und Kind Stiftung“, findet persönlich oder telefonisch statt, je nach Absprache. Auch hier können wir nur zwei Personen gleichzeitig empfangen. Kinder können leider nicht mitgebracht werden. In der Schwangerschaftskonfliktberatung ist eine persönliche Beratung seitens des Gesetzgebers zwingend erforderlich.  

    Wir freuen uns, dass wir auch in dieser turbulenten Zeit für unsere Klienten da sein können!

    Clarissa Oberdörfer
    Julia Meese

    Zur Abteilung...

    Fachstelle Sucht

    Wir sind weiterhin für unsere Klientinnen und Klienten erreichbar und bieten telefonische ausführliche Beratungen und Therapiegespräche an.

    Ab Mai werden wir unter Berücksichtigung der Hygieneregeln auch wieder Beratungen und Therapie im persönlichen Zweierkontakt anbieten. An Gruppenlösungen wird derzeit gearbeitet. Videolösungen sind datenschutzrechtlich und auch technisch eher problematisch anzusehen. Favorisiert wird derzeit ein "Kleingruppenmodell". Wir versuchen dazu Mundschutz in größerer Menge und Desinfektionsmittel zu bestellen oder zu kaufen.

    Unsere Mitarbeiten halten eine persönliche Präsenz mit Abstandsregelungen am  Arbeitsplatz, Homeofficemöglichkeiten werden bisher wenig genutzt.

    Unter den Mitarbeitenden und im Umfeld gibt es bisher keine Corona-Fälle.

    Randolph Pleske

     

    Suchtberatung für Frauen, Goethestraße

    In der Suchtberatung für Frauen führen wir derzeit nur noch telefonische Beratung und Therapie durch. Dies wird von den Frauen sehr gut angenommen, da die Situation für viele sehr schwierig ist. Zwar war es zu Beginn etwas ungewöhnlich, aber mittlerweile haben sie beide Seiten an die Telefonate gewöhnt, und wir als Beraterinnen bekommen viel Dank, dass es überhaupt weiter geht.

    Viele Frauen sind durch die Sucht schon sehr isoliert, dies verstärkt sich durch die Krise noch mehr. Hinzu kommen Kurzarbeit, Arbeitsplatzverluste, wegbrechende Strukturen, fehlende Möglichkeiten in der Kinderbetreuung, Krisen in der Beziehung, Gewalt durch den Partner. Für viele rückt ihr Suchtmittel wieder sehr stark in den Fokus und es kommt vermehrt zu Rückfällen.

    Problematisch ist, dass in den Psychiatrien derzeit nur sehr eingeschränkt Entgiftungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Und die meisten Rehabilitationseinrichtungen nur Klientinnen aufnehmen, wenn sie vorher mindestens zwei Wochen eine Entgiftung durchgeführt haben. Somit ist eine Unterbringung in Entgiftung und Rehabilitation derzeit fast unmöglich.

    Aus diesem Grund hat sich die Suchtberatung für Frauen entschlossen, zusätzlich ein Krisentelefon einzurichten, bei dem Frauen von Montag bis Sonntag zwischen 18 und 19 Uhr anrufen oder Whatsapp-Nachrichten schreiben können (0160-95587507).

    Außerdem gibt es seit April einen Instagram-Kanal auf dem wir als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen und Informationen vermitteln. Unter @frauen.suchtberatung sind wir dort zu finden.

    Wir freuen uns sehr, dass wir ab Mai vereinzelt und unter Einhaltung der Hygienevorschriften langsam wieder persönliche Gespräche anbieten werden.

    Diana Ganguin
    Natalie Hekenberger

    Zur Abteilung ...

    Pflegeheime Hausgemeinschaften Waldeseck und Pflegeheim Badenstedt

    Mittlerweile, Mitte Juni, sind wir nach wie vor von einer Corona-Infektion verschont geblieben.
    Diesen Erfolg haben wir nur gemeinsam geschafft, indem wir uns Alle an die strengen Hygieneregeln gehalten haben, um unsere Bewohner zu schützen.

    Aufgrund der niedrigen Infektionszahlen in Hannover wurden mehr und mehr die Corona-Beschränkungen innerhalb der Gesellschaft, aber auch speziell für die Pflegeeinrichtungen gelockert, dies trifft auch auf unsere Einrichtungen im Pflegeheim Badenstedt und Hausgemeinschaften Waldeseck zu.
    Aber: Trotz der Lockerungen sind unsere Bewohner der gleichen Gefahr wie am Anfang der Pandemie ausgesetzt. Daneben haben wir sowohl Bewohner, die die Lockerungen begrüßen als auch die Bewohner, die vermehrt Angst haben, dadurch infiziert werden zu können.

    Der Schutz der Bewohner steht nach wie vor an erster Stelle.
    Bewohner_innen und Angehörige zeigen insgesamt sehr großes Verständnis für die Abstandsregeln und Besuchsverbote. Sehr große Sorgen machen uns aber einzelne Angehörige, die wenig Einsicht zeigen und sich nicht an die Abstandsgebote halten.
    Es muss auf einheitliche Handhabung der Regeln gedrängt werden, weil Ausnahmen zu Nachahmungseffekten führen und Begehrlichkeiten wecken.

    Ein großes Problem, welches nicht genügend beachtet wird, ist, dass Menschen auch an Einsamkeit sterben. Daher wurde frühzeitig daran gearbeitet, Kontakte und Besuche in einem gewissen Rahmen und unter Einhaltung von Sicherheitsregeltn möglich zu machen.
    Informationen zu den Besuchsmöglichkeiten finden Sie auf den Seiten der beiden Häuser.

    Die Termine werden weiterhin von der Verwaltung vergeben.

    Marco Battmer

    Hausgemeinschaften Waldeseck

    Pflegeheim Badenstedt - Dietrich-Kuhlmann-Haus

    Hier ein Bericht zu den ersten Besuchen zu Coronazeiten im Pflegeheim Badenstedt - Dietrich-Kuhlmann-Haus.

    ProMigration

    Die Abteilung ProMigration hat ihre Arbeit an die veränderten Bedingungen angepasst. Gruppenangebote wie Sprachförderung, Hausaufgabenhilfe und die Angebote des Familientreffs wurden zunächst ausgesetzt, beginnt aber nun wieder, siehe Beitrag dazu hier. Im Projekt HIPPY werden Eltern weiterhin mit dem Arbeitsmaterialien über den Briefkasten und telefonisch versorgt.

    Die Beratung in der Burgstraße, in Bemerode und in Garbsen wird überwiegend telefonisch oder online durchgeführt. Auch auf postalischem Weg wird geholfen. Besonders die muttersprachlichen Beratungsangebote  in englisch, arabisch, polnisch und russisch  werden  verstärkt in Anspruch genommen. Sobald Einrichtungen wie Ausländerbehörde, Jobcenter, Sozialamt und andere Institutionen wieder öffnen, wird es einen erhöhten Beratungsbedarf geben.

    Auf der Homepage und durch Aushänge in den Einrichtungen wird mehrsprachig über die Erreichbarkeit informiert.

    Ansonsten werden verschiedene Verwaltungstätigkeiten erledigt und Projekte und Maßnahmen für die Zeit nach Corona vorbereitet. Und es werden konzeptionelle Überlegungen angestellt, wie z.B. eine schulische Unterstützung für Kinder und Jugendliche unter Einhaltung aller hygienischen Bedingungen und mit verstärkten Schutzmaßnahmen für alle bei weiteren Lockerungen aussehen könnte.

    Frank Hülsemann

    Seniorenarbeit und Ehrenamt

    Arbeiten in Coronazeiten Teil 2 / 16.06.2020

    Es geht langsam wieder los....

    Persönliche Beratungen / Trauerberatung finden nach Terminansprache inzwischen wieder statt, manchmal auch im Freien und je nach Situation mit Mund-Nasen-Maske und immer mit Abstand... siehe unten den Bericht von Denise Rose (7.8.2020)

    In Badenstedt wurde eine überdachte Bank vor der Kirche nach Absprache mit der Gemeinde als Quartiers-Gesprächsbank erkoren. In Zusammenarbeit  mit der Kirchenkreissozialarbeit gibt es übergreifende mobile Quartiersangebote im Stadtteil Davenstedt/Badenstedt, die u.a. auch im Westendkurier angekündigt werden. Die ersten Möglichkeiten des persönlichen Gesprächs auf diesem Wege wurden bereits gut genutzt.

    Mit den weiteren Lockerungen wurden auch die Ehrenamtlichen erneut angeschrieben und informiert, wie es mit der Arbeit in den einzelnen Bereichen weitergeht. Handlungsempfehlungen für die jeweiligen Tätigkeitsfelder wurden erarbeitet und weitergegeben, wobei sich hierzu im Vorfeld mit anderen Trägern offener Seniorenarbeit intensiv ausgetauscht wurde.
    Da die jeweiligen Rahmenbedingungen und Umstände sehr unterschiedlich sind, können keine pauschalen Empfehlungen für alle Bereiche gegeben werden.
    Im Partner-Besuchsdienst und auch im Großelterndienst können Ehrenamtliche unter bestimmten Voraussetzungen bereits wieder persönlich aktiv werden.
    Dabei entscheiden die Ehrenamtlichen selbst, ob sie sich die ehrenamtliche Tätigkeit wieder zutrauen oder ob sie ggfs. trotz Lockerungen weiter pausieren möchten oder die Kontakte vorerst weiter nur telefonisch o.Ä. aufrechterhalten.
    Wichtig ist auch die schriftliche Dokumentation von Termin, Ort und Uhrzeit des Besuchs/ Treffens (zur Nachverfolgung einer möglichen Infektionskette).
    Gruppen empfehlen wir im Juni noch nicht wieder stattfinden zu lassen. Danach wird für jede Gruppe einzeln entschieden. Hier werden die Kontakte untereinander vorerst weiter telefonisch etc.  und/oder mit Treffen zu zweit erfolgen.
    Für den Wiederbeginn müssen wir nach kreativen Lösungen suchen.

    Insgesamt hat das Wegfallen der persönlichen Kontakte bei Älteren und Ehrenamtlichen große Lücken gerissen und das Thema Einsamkeit hat sich noch mal verschärft, nicht nur in den Pflegeheimen. Das Telefon hat an Bedeutung wieder zugenommen, ersetzt aber ebenso wie digitale Kontakte langfristig nicht das persönliche Gespräch und Miteinander.

    Auch Sitzungen finden mit den entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr nur als Telefon- oder Videokonferenz statt und wir freuen uns über die persönlichen Kollegenkontakte.

    Jutta Schulte
    Abteilungsleiterin

    Corona gibt Anlass dafür, den Blick zu schärfen. –Quartiersarbeit in Badenstedt

    So gilt es Altes neu sehen und (wieder)zu entdecken. Corona macht kreativ.
    Es lässt uns Orte aufspüren, die im Alltag kaum Beachtung hatten. Wie den Gemeindevorplatz der Paul-Gerhardt- Kirchengemeinde in Badenstedt im „Infocenter Quartier“- Diakonie direkt nebenan. Das überdachte Entree zur Kirche mit den Holzbänken spendet Schutz und Schatten. So wurden hier kurzerhand die offene Quartiersprechstunde am Dienstag sowie das beliebte Gedächtnistraining unter freien Himmel verlegt.
    Die Angebote stoßen auf große Resonanz. Vor allem der Denk- und Erlebnisspaziergang im Bornumer Holz am Donnerstag wird mittlerweile in zwei Gruppen angeboten. Die Natur mit anregenden Impulsen bei einem gemeinsamen Spaziergang erleben, Pflanzen entdecken, Steine befühlen, Vogelgezwitscher achtsam nachspüren. Gemeinsam- mit Abstand sind auch Gruppenaufgaben möglich. Kompetenzen werden gestärkt und Sinne geschult. Und auch ein Hauch von Spiritualität ist zu spüren, wenn ein Windhauch durchs Gesicht fährt.

    Denise Rose©
    Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin im Berufsanerkennungsjahr

     

     

    Zur Abteilung ...

     

     

    Service Diakonie

     Inzwischen hat sich die Situation normalisiert, aber vieles liegt noch vor uns, auf die man sich einstellen muss (weitere Schutzmaßnahmen etc.). die Stimmung ist den Umständen entsprechend gut, aber dies kann sich auch wieder ändern. Es braucht für die nächste Zeit Konzepte, wie mit den Anforderungen umgegangen werden kann. Mittlerweile erfolgt die Arbeit wieder in den Büros; Homeoffice gibt es nur noch ein Einzelfällen. In Doppelbüros schützen durchsichtige Trennwände die Mitarbeiter vor einer Infektion.

    Sven Tschirch

    Zur Abteilung ...

    SINA - Soziale Integration Neue Arbeit

    Die Abteilung SINA unterstützt junge Frauen mit und ohne Kind auf der Suche nach einem für sie und ihre Lebensbedingungen passenden Beruf und Ausbildungsplatz.

    Wir qualifizieren junge Frauen, bieten sozialpädagogische Unterstützung in deren individuellen Lebenssituationen und bilden aus in den Bereichen Büromanagement und Mediengestaltung. Wir begleiten junge Mütter durch die Teilzeitausbildung und bereiten einige auf die nun z. T. verschobenen Abschlussprüfungen vor. Im März haben 20 junge Mütter einen neuen Vorbereitungslehrgang auf eine Teilzeitausbildung begonnen.

    In der kleinen Kita „Amandarienchen“ werden 10 Kinder unter 3 Jahren liebevoll betreut.

    Nun haben uns die Ereignisse rund um die Corona-Pandemie überrollt und alle Pläne umgeworfen.

    Unsere Teilnehmerinnen und Auszubildenden sind für die Zeit des ausgesprochenen Kontaktverbotes zu Hause, zum Teil mit ihren Kindern. Wie gelingt uns der tägliche Spagat zwischen dringend notwendiger Unterstützung der jungen Frauen, Einhaltung der Kontaktbeschränkungen einerseits und Erfüllung der Anforderungen unserer Geldgeber andererseits?

    Wir haben schnell reagiert und Konzepte und Maßnahmen entwickelt, wie wir unsere Teilnehmerinnen erreichen und sie mit alternativen Lernangeboten weiter begleiten können.

    Nach wie vor haben unsere Teilnehmerinnen bei SINA kompetente Ansprechpartner*innen, die für telefonische Beratungen und -im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten-  notfalls auch für persönliche Kontakte jederzeit zur Verfügung stehen. Wir halten telefonisch und per Email Kontakt, denn nur gemeinsam schaffen wir es! Das Team arbeitet vor Ort in Einzelbüros und z. T. aus dem homeoffice. Besprechungen finden per Telefonkonferenz statt.

    Um die Frauen mit Informationen zu versorgen, sie weiterhin zu motivieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, weiter an „ihrem Weg zu bauen“, schnüren wir für die Teilnehmerinnen umfangreiche „Lern- und Motivationspakete“, bestehend aus Informationen, Unterhaltung, Tipps und Links sowie Lernaufgaben, die ihnen dann per Post zugehen. Zeitgleich haben wir ein „virtuelles Klassenzimmer“ eingerichtet, auf dem wir mit den Teilnehmerinnen, vorausgesetzt sie haben einen Internetzugang und verfügen über entsprechende Hardware, den Kontakt herstellen und vor allem halten. Hier können die Frauen sich in Chats mit uns und untereinander austauschen bzw. ihre Hausaufgaben bearbeiten.

    So können wir gerade in der Vorbereitung auf die Teilzeitausbildung die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz vorantreiben und auch die Prüfungsvorbereitung gewährleisten, denn gerade hier sind wir an enge Zeitfenster gebunden.

    Es wollen bis zum August mindestens 15 neue Ausbildungsplätze in Teilzeit gefunden sein und bis Ende Juni Abschlussprüfungen in verschiedenen Ausbildungsberufen bestanden werden.

    Wir sind zuversichtlich, bald in Kleingruppen und mit einem umfangreichen Verhaltens- und Hygieneplan wieder mit eingeschränkten Präsenzzeiten der Teilnehmerinnen starten zu können und freuen uns sehr auf ein Wiedersehen mit den Frauen. Parallel wird das alternative/digitale Lernen uns in Zukunft weiter begleiten.

    Eine Mitarbeiterin der kleinen Kindergruppe „Amandarienchen“ hat die Zeit für Aufräum- und Renovierungsarbeiten genutzt und übernimmt ab Mitte Mai die Notbetreuung für einzelne Kinder aus der Gruppe sowie bei Bedarf der Teilzeitauszubildenden.

    Helia Geller-Fehling
    Bettina Herter

     

    Zur Abteilung ...

    Zentrale Beratungsstelle - Wohnungslosenhilfe

    Die „Neue Normalität“

    Viele der durch die Mitarbeitenden der ZBS z. T. komplett umgestellten Strukturen und durch die erschwerten Bedingungen neu organisierten Arbeitsabläufe sind inzwischen in den meisten Einrichtungen der ZBS so etwas wie ein „mühseligerer Alltag“ geworden.

    Um den ganz besonders durch Vorerkrankungen und Lebensbedingungen infektionsgefährdeten Wohnungslosen die Unterstützung zu geben, die unter diesen Bedingungen ermöglicht werden kann, bedarf es immer noch auf fast allen Ebenen deutlich mehr Anstrengungen. Manches Angebot, manche Einrichtung kann trotz „Umbau“ und Einbau von Schutzvorrichtungen, Erstellung von Hygieneplänen aufgrund baulicher oder organisatorischer Gegebenheiten bzw. wegen des deutlich höheren personellen Mehraufwands nicht ganz zum „Vor-Corona-Standard“ zurückkehren.

    Dies betrifft hauptsächlich die offenen Angebote und Tagestreffs in alles Standorten der ZBS.

    In Hannover war die Öffnung der Jugendherberge zum Schutz wohnungsloser Menschen und Versorgung durch Mitarbeitende der ZBS gemeinsam mit der Caritas seit April nicht nur ein gelungener „Feldversuch“ in verschiedener Hinsicht. Die positiven Effekte für die Gäste und die Kooperation mit der Hilfelandschaft nähren die Hoffnung darauf, dass an verschiedenen Stellen in politischer, gesetzlicher und finanzieller Verantwortung nun über die Übertragung der Erfahrungen des Konzepts und Folgemöglichkeiten nachgedacht wird und in Folge hoffentlich bald gehandelt.

    Die Ausstattung, inzwischen aller Einrichtungen mit Homeoffice-Equipment, festen und mobilen Installationen, Schaffung von überdachten Außenbereichen, anderen Versammlungsformen etc. wird nicht nur unseren künftigen Arbeitsstil beeinflussen, sondern sicher auch die Angebote und Möglichkeiten der Wohnungslosenhilfe verändern.

    Sehr unverständlich ist es daher , dass die dabei angefallenen Mehrkosten durch Kostenträger nicht berücksichtigt werden sollen, da diese ja „nicht angeordnet“ waren.

    Aber die Wohnungsnotlagehilfe wäre nicht die Wohnungsnotlagenhilfe, wenn sie nicht immer irgendwie Lösungen und neue Wege finden würde, das dringend Notwendige, manchmal auch das Unmögliche möglich zu machen.

    Ursula Büchsenschütz

    Zur Abteilung ...

    Spenden

    Erfreulich war und ist die Bereitschaft für die Nothilfe zu spenden und Unterstützung in jeglicher Form anzubieten. So konnten die notwendigen Veränderungen wie Schutzmaßnahmen in den Abteilungen angeschafft, Besorgungen für Risikogruppen organisiert und Ratsuchenden Mund-Nasen-Masken zur Verfügung gestellt werden. Privatpersonen, Firmen und Stiftungen sind bereit, schnell und unkopmpliziert zu helfen und so die Not der hilfsbedürftigen Menschen zu lindern und die Beratungs- sowie Unterstützungsangebote aufrecht zu erhalten.

    Inzwischen fördern wir verstärkt die Lernsitutation zu Hause. Nur mit einer passenden Ausstattung kann e-schooling gelingen. Auch die Unterstützung mit Schulmateial zum neuen Schuljahr wird in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zukommen. Wir stellen uns darauf ein, dass durch Kurzarbeit, Arbeitsplatzverluste und Insolvenzen die finanzielle Situtaiton im zweiten Halbjahr für viele Menschen schwieriger wird. Weitere Hilfsangebote werden somit sicher benötigt.

Wenn die Seele ins Wanken gerät...

... Beratungsangebote im Diakonischen Werk

Etwas für die Seele tun!