Herausforderungen in der Geflüchtetenarbeit

Nach einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Ratsanfrage leben mit Stichtag 31. Dezember 2016 in Hannover 6623 anerkannte Asylsuchende. Dazu kommen 2872 Geflüchtete, deren Verfahren noch laufen. Bei weiteren 321 Personen ist der Asylantrag zwar abgelehnt worden, ihre Abschiebung hat aber das Bundesamt für Migration und Geflüchtete wegen konkreter Gefahr für Leib und Leben im Heimatland verboten. Außerdem fallen 1051 Asylbewerber unter die Duldungsregel. (HAZ 27.1.2017)

In einem Flüchtlingsbericht der Landeshauptstadt Hannover (Teil der Drucksache 2088/2016) werden viele Aspekte eingehend beleuchtet. "Ankommen – unterstützen – miteinander leben": Unter diesem Titel zieht die (LHH) erstmals in dem Bericht eine Zwischenbilanz über die Entwicklung seit Beginn der starken Flüchtlingszuwanderung. Zugleich benennt der am 26. September von Oberbürgermeister Stefan Schostok vorgestellte Flüchtlingsbericht die aktuellen Herausforderungen für Hannover insbesondere bei der Integration der Flüchtlinge und gibt einen Ausblick auf die dafür notwendigen und geplanten Maßnahmen.

„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“

                                                                                      Levitikus / 3. Mose 19,33-34

Viele junge Flüchtlinge erleben Rassismus und Ausgrenzung

Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BUMF) hat in einer Umfrage nachgewiesen, dass viele jugendliche Flüchtlinge unter Rassismus und Ausgrenzung leiden.

Berlin (epd). Zudem hätten die jungen Flüchtlinge oft Angst davor, abgeschoben zu werden, teilte die Organisation am Dienstag in Berlin mit. Sie hatte im Herbst vergangenen Jahres 723 Fachkräfte der Jugendhilfe befragt, um die Situation der unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge genauer zu beleuchten.

Besonders gravierend sei, dass immer mehr Jugendliche in Angst vor Abschiebungen leben, Rassismus ausgesetzt seien und Angst vor der Zukunft hätten. "Diese Angst ist Gift für die Integration und den Lernerfolg", sagte BUMF-Mitarbeiterin Johanna Karpenstein.

Gegenüber dem Vorjahr hätten sich zwar Verbesserungen bei der Bewertung der Qualität der Hilfen sowie des Bildungszugang ergeben, hieß es. Auch seien Verbesserungen im Bereich der Qualifizierung und der Arbeitszufriedenheit der Fachkräfte zu verzeichnen. Weiter schlechte Bewertungen gab es aber den Angaben nach bei der Versorgung psychischer Erkrankungen. Nur 22 Prozent der Fachkräfte bewerten diese als gut oder sehr gut. Die Bildungssituation junger Volljähriger wird von 30,4 Prozent als gut oder sehr gut eingestuft.

Mehr Fachkräfte als noch im Jahr 2017 geben an, dass Jugendliche oft oder sehr oft durch Rassismuserfahrungen belastet sind (2018: 33,4 Prozent, 2017: 26,5 Prozent) und das Jugendliche aus Angst vor Abschiebungen untertauchen (2018: 50,9 Prozent, 2017: 46,3 Prozent).

epdSozial, 21.5.2019

Keiner braucht eine zentrale Abschiebebehörde!

Hannover, Langenhagen (epd). Diakonie und Caritas in Niedersachsen haben sich gegen die von der Landesregierung geplante zentrale Behörde für Abschiebungen gewandt. "Die zentrale Steuerung des Landes setzt die falschen Signale", sagte Caritas-Landessekretär Thomas Uhlen am Mittwoch in Hannover. Die kommunalen Ausländerbehörden vor Ort seien viel näher an den betroffenen Menschen. "Sie kennen die einzelnen persönlichen Schicksale und mögliche aktuelle Abschiebehindernisse."

Innenminister Boris Pistorius (SPD) will mit der geplanten Zentralbehörde den "Rückführungsvollzug" optimieren. Sie soll künftig anstelle der Kommunen zuständig sein, wenn Ausländer ausreisepflichtig sind. Der Vorteil einer Zentralisierung sei unter anderem eine einheitliche Rechtsanwendung, vor allem bei der Erteilung von Duldungen und der Beantragung von Abschiebungshaft, hieß es. Als Standort ist Hannover-Langenhagen im Gespräch. Dort würde sich die Behörde in der Nähe des Flughafens und einer Abschiebe-Haftanstalt befinden.

Diakonie und Caritas bezweifeln jedoch, ob mit der Behörde das Ziel erreicht wird, den Abschiebeprozess zu optimieren. "Wir sehen nicht, dass eine zentrale Behörde sach- und menschengerechter agieren kann, als eine ortsnahe", sagte Diakonie-Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke. Abschiebungen erforderten "Umsichtigkeit", um die jeweiligen Abschiebehindernisse vollständig zu erfassen. "Es gibt keine einfachen Lösungen im Umgang mit Ausreisepflichtigen."

epdSozial, 22.5.2019

 

Hilfe ist dringend nötig!

  • Junge Flüchtlinge lernen gemeinsam

    Unsere Aufgabe ist es, den einzelnen Menschen zu unterstützen. Nicht die Diskussion über Zahlen und Ströme und Routen ist unsere Angelegenheit. Die Integration ist unsere Profession.

    • Lassen Sie uns gemeinsam Wohnraum für Flüchtlinge und Wohnungslose schaffen.
    • Unterstützen wir die Ehrenamtlichen bei ihrem riesigen Engagement.
    • Kümmern wir uns um die Kinder, damit sie hier ihre Chancen erhalten.

     

    Evangelisches Flüchtlingsnetzwerk

    Im November 2015 ist das Evangelische Flüchtlingsnetzwerk Hannover - Garbsen - Seelze vom Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Hannover gegründet worden.

    1. Vernetzung der Flüchtlingshilfe
    2. Vermittlung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen
    3. Unterstützung für Unbegleitete Minderjährige Ausländer

    sind wichtige Aufgaben des Netzwerks.

    Die Vermittlung von Ehrenamtlichen in die Projekte und die Arbeit in den Kirchengemeinden ist über unser Service-Telefon 0180 223 12 52 möglich.

    Rufen Sie an, wenn Sie helfen wollen oder schreiben Sie uns.

    Refugees Welcome - Beratung für geflüchtete Frauen

    Behörden, Formulare, Genehmigungen, Sprachkurse, Arbeit… All das ist alleine oder mit wenig Kenntnissen der deutschen Sprache manchmal schwer zu bewältigen. Das Beratungsangebot von SINA zielt darauf ab, alle geflüchteten Frauen unter 27 Jahren sowie Frauen über 27 mit einer Aufenthaltserlaubnis oder einer Bleibeperspektive in verschiedenen Bereichen zu unterstützen.

    Wir beraten auf englisch, französisch, deutsch, bambara und sonrai.

    www.sina-hannover.de/index.php

Spielend lernen

bietet die Abteilung ProMigration
mit ihrer

Sprachförderung