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Besuch der Minsterin Aygül Özkan am 24.04.2012 in der IGS Badenstedt

 

„In der Gruppe zusammenwachsen“. „Den Teamgeist stärken“. „Sich unterstützen, so dass keiner verloren geht“. „Zusammenrücken, mit jemanden, den man nicht mag“ – das sind Antworten von Schülerinnen und Schülern einer 6. Klasse an der IGS (integrierte Gesamtschule) Badenstedt. Zuvor gingen sie in Gedanken auf hohe See. Dabei wurde das Boot – sprich die Zahl der Stühle – mit denen sie unterwegs waren, immer kleiner. „Doch niemand darf von Bord gehen.

Alle müssen auf den Stühlen Platz finden“, sagte Thomas Heine, Leiter des Projekts Gewaltprävention im Diakonischen Werk Hannover. Und so stapelten sich am Ende des Spiels knapp 30 Personen auf zehn Stühlen. Mittendrin, fröhlich lachend, die Niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan. Sie besuchte die Schulklasse, um so auch einen Eindruck der Arbeit im Diakonischen Werk (DW) zu erhalten. An der IGS Badenstedt gibt es das Angebot seit vier Jahren für alle Altersstufen. „Besonders wichtig ist es in den Übergängen, zum Start in der fünften Klasse, in der 8. Klasse, wenn die Jugendlichen mitten in der Pubertät stecken und auch in der 10. zur Vorbereitung in den Beruf“, erklärte die Beratungslehrerin Sigrid Urbons im Gespräch mit der Ministerin. Sie stimmte zu. Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule sei ein Wendepunkt. Wichtig sei es, mit dem Training, mit Regeln, früh zu beginnen, zumal später in und von der Schule noch mehr verlange werde, wie Kompetenzenerwerb und die Vorbereitung auf die Berufswelt, so Özkan. Das Sozialtraining sei für die Lehrer wie eine eigene Fortbildung, meinte Urbons. „Die Lehrer sind mit dabei, wenn Thomas Heine im Unterricht ist und plötzlich verändert sich der Blick auf die eigenen Schüler, werden andere Dinge sichtbar. Und die Selbstverantwortung der Schüler wird gestärkt“. Außerdem gehört zu den Besuchen der Projektmitarbeiter auch die anschließende Auswertung mit den Unterrichtenden. Die im Sozialtraining mit den Klassen spielerisch entwickelten Regeln werden auch im „normalen“ Unterricht angewendet. Die Regeln hängen klar sichtbar im Klassenraum. „Wir achten aufeinander“. „Wir arbeiten miteinander“. „100 % zuhören“. „Stopp bedeutet das Aussetzen jeden Handelns“. „Jeder spricht für sich“. „Wir probieren neues aus, das darf auch schiefgehen“. Diese sechs Regeln hat sich die 6B gegeben.

Bereits seit 2002 gibt es den Arbeitsbereich Gewaltprävention im DW Hannover. Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrkräfte, Bildungseinrichtungen, Kindertagesstätten und Alten- und Pflegeheime. In 25 hannoverschen Schulen werden Sozialtrainings angeboten, wie es die Ministerin jetzt miterleben konnte. „Im letzten Jahr haben wir in dem Bereich rund 1300 Menschen jeder Altersstufe erreicht. Die Arbeit wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Finanziert wird die Stelle circa zur Hälfte aus Honorareinnahmen“, erklärte Mario Bode, Abteilungsleiter der Leine-Lotsen, die den Aufgabenbereich betreuen. Es gäbe immer mehr Anfragen aus Kindertagesstätten für das Sozialtraining.

Sabine Freitag, ez

Fotos: Markus Lampe

 

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Diakonisches Werk Stadtverband Hannover Mario Bode
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