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Gewaltprävention - hinschauen, hinhören, handeln
Die diakonische Stelle für Gewaltprävention konzipiert, unterstützt und bündelt Anti-Gewalt-Projekte in der Region Hannover. Preisgekrönt wurde im Jahr 2006 das Modellprojekt Starkes Hainholz
Warum wir handeln
Nie hat jemand was gemerkt, wenn Jans Jacke, seine Armbanduhr oder das Taschengeld weg waren. „Eine Notlüge und schon waren alle wieder beruhigt.“ Doch Jan litt Not: Er wurde bedroht, unter Druck gesetzt und erpresst. Auf dem Heimweg oder dem Schulhof: Immer waren es Jugendliche, die älter und stärker waren als er. Es dauerte lange, bis endlich jemand hinschaute, hinhörte und handelte.
Jans Geschichte ist kein Einzelfall. Mit „Tatort Schule“ wurden im vergangenen Jahr 2.880 Rohheitsdelikte, vor allem Raub und Körperverletzung, angezeigt. Das stellt eine Zunahme von 50% im Vergleich zum Vorjahr da.
Die Zahlen fordern eindeutig dazu auf, frühzeitig hinzuschauen, hinzuhören und zu handeln.
Was wir wollen
Fair streiten
Wir alle kennen das: Ein Wort gibt das andere und schon fließen Tränen. Doch wie streite ich richtig? Ziel ist, die Bedürfnisse der Konfliktparteien zufrieden zu stellen. Häufig lassen sich viele kreative Vorschläge finden. Die Lösungssuche ist nicht mehr gegnerisch, sondern eine gemeinsame Aufgabe. Ein Streit kann Parteien einander näher bringen.
Eigenverantwortung stärken
Durch unsere Arbeit wollen wir zur Förderung einer toleranten Grundhaltung sowie dem respektvollen Umgang mit anders Denkenden beitragen. Dazu gehören die Entwicklung von Urteilsvermögen, Kritikfähigkeit, Zivilcourage sowie die Bereitschaft, das eigene Handeln stetig zu reflektieren. Ziel dabei ist, Verständnis für die verschiedenartigen Formen des sozialen Zusammenlebens zu wecken.
Zivilcourage fördern
Studien haben bewiesen, dass sich Kinder nach dem Besuch eines Präventionskurses überlegter und nachhaltiger bei einem Angriff schützen können. Und genau dies ist die Absicht unserer vorsorgenden Arbeit: Unsere Präventionsprogramme haben zum Ziel, potentielle Opfer zu stärken, Missbräuche und Gewalttätigkeiten zu verhindern, aufzudecken und zu stoppen.
Wo wir arbeiten
zum Beispiel das Projekt Starkes Hainholz
Der Stadtteil Hainholz ist geprägt durch alte Industriebrachen, wenig Grünanlagen und viele Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Im Zusammenhang mit dem städtischen Sanierungsprojekt „Soziale Stadt“, werden im Rahmen des Projektes die Menschen vor Ort für das Thema Gewalt sensibilisiert. Dies wird über die direkte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch durch Fortbildungen für Bürger/innen erreicht. Viele Stadtteilbewohner/innen haben bereits Verantwortung übernommen und sich durch Seminare Kompetenzen im gewaltpräventiven Bereich angeeignet. Sie alle helfen mit, dass durch eine Verhinderung von aggressiven und gewaltförmigen Handlungen dem derzeitigen Trend der Eskalation von Gewalt im Stadtteil entschieden entgegengetreten wird. Ziel ist es, allen Menschen im Stadtteil Strategien gegen Gewalt an die Hand zu geben – für mehr Nachsicht, Toleranz, und Menschlichkeit.
zum Beispiel das Projekt Starke Schule
Das Projekt „Starke Schule“ basiert auf der Idee, dass Schülerinnen und Schüler innerhalb des Unterrichts in ihrer Entwicklung zu selbständigen, dialog- und konfliktfähigen Menschen begleitet und besonders gefördert werden. Über einen Zeitraum von einem Schuljahr schärfen Lehrer und Schüler ihren Blick zum Thema „Gewalt.“ Die jungen Menschen lernen Grenzen anderer zu respektieren und erkennen eigene Stärken und Schwächen. Die Lehrer erhalten kreative methodische und didaktische Zugänge zum Thema „Gewaltprävention.“
zum Beispiel Deeskalationstraining
Die zunehmende Gewalt unter Kindern und Jugendlichen beschäftigt Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter immer mehr. Wer Gewalt verringern, ihr entgegentreten, sie verhindern oder gar deeskalieren will, der muss zuerst erkennen, was Gewalt ist, woher sie rührt und wie sie entsteht. Danach gilt es, sie in unserem Alltag ausfindig zu machen und unsere Rollen als Täter und Opfer zu erkennen. Unser Angebot des Deeskalationstrainings sensibilisiert die Wahrnehmung für Konfliktsituationen und probt Möglichkeiten der Intervention.
Kontakt
Diakonisches Werk Stadtverband Hannover
Susanne Kujawa-Ahrensmeier
Burgstraße 10
30159 Hannover
VOICETel: 0511-3687-150
FAXFax: 0511-3687-200
E-Mail
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