Diakonisches Werk Hannover

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Beratung & Behandlung

Diakonie begleitet und berät, tröstet und stärkt, fördert und verhilft zur Selbsthilfe. Die Achtung der Menschenwürde und die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft sind Ziele diakonischen Handelns.

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Verständnis durch zuhören...

 

„Was ER erwartet, SIE erhofft, Das differiert nur allzu oft. Und was der eine hält für recht, das dünkt dem andern abgrundschlecht, so dass es häufig grad zur Nacht im Partnerschaftsgebälke kracht, und von der holden Zweisamkeit alsbald nur wenig übrig bleibt.“ (Helm Stierlin)

Was mit diesen Zeilen von Helm Stierlin eher lyrisch zum Ausdruck kommt, erleben Paare häufig als eine Krise ihrer Beziehung. In Krisenzeiten wechseln die Partner ihre Sprache und ihre Haltung zueinander.
Was man einst am anderen schätzte, ihm oder ihr liebevoll mitteilte, oder eben aufmerksam und interessiert nachfragte, gerät allmählich in den Hintergrund.
Stattdessen dominieren die Probleme. Die offene, liegen gelassene Zahnpastatube und mancherlei „Haare“ in der „Beziehungs-Suppe“ sind meist ein Anlass von Streitigkeiten mit heftigen Auseinandersetzungen. Muss das zwangsläufig so sein?
Zu jedem Problem gibt es bei Paaren mindestens zwei Perspektiven. Die Entstehung eines Konfliktes oder der dramatische Verlauf einer Ehe wird von jedem Partner unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Doch was ist mit der Sichtweise des jeweils anderen Partners? Ist sie weniger wert oder gar falsch?
Fühlt er oder sie sich mit seiner/ ihrer Perspektive nicht akzeptiert, droht der Kampf um die richtige Darstellung. Das Bemühen den anderen überzeugen oder verändern zu wollen, führt häufig in eine Eskalation ohne Ausweg.
Als BeraterInnen werden wir mit diesen unterschiedlichen Geschichten über kleine und große Probleme in Ehen und Partnerschaften konfrontiert. Geschichten, die in der Regel aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Jede Version ist für sich authentisch und aus der Sicht des Erzählenden wohl auch so gewesen.
Was kann man als BeraterIn in solch einer Situation Hilfreiches tun? Es hat sich bewährt, dass die Partner im Gespräch zunächst lernen, dem jeweils anderen zuzuhören, sich ausreden zu lassen und offen für dessen Sichtweise zu werden.
Auf diese Weise kann Verständnis füreinander wachsen und der Kampf um die richtige Darstellung vielleicht beendet werden.
In einem weiteren Gespräch ließen sich vorhandene Ressourcen, eingebettet in die (zwei) Geschichten einer Partnerschaft erkunden. Dabei wäre zu Tage fördern, was zwei Menschen aneinander schätzten, welche Eigenheiten sie sich bewahrten und wie sie sich – damals wie heute – auch gut ergänzten. Welche Kapitel sie in ihrer weiteren gemeinsamen Paargeschichte noch schreiben könnten, wäre ein möglicher Schwerpunkt von anschließenden Gesprächen.

Meine Erfahrungen sind hier, dass sich beim Einzelnen ein Wechsel der Aufmerksamkeit vollzieht. Statt nur Probleme im Vordergrund zu sehen und über sie zu streiten, entstehen andere erweiterte Perspektiven. Diese veränderte Sicht führt in der Regel dazu, dass die emotionale Betroffenheit eines Partners aufweicht. Es entsteht wieder mehr Hoffnung und Mut, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Wichtig ist, dass diese Entwürfe des Zusammenlebens nicht inhaltlich vom Berater vorgegeben werden. Vielmehr erzeugen die Partner selbst ihre Ideen in den Beratungsgesprächen.
So kann manchmal schon nach kurzer Zeit eine Krise überwunden und das Leben zu zweit wieder konstruktiver werden.

Axel Gerland, Dipl.-Psychologe, Ev. Beratungszentrum

Kontakt

Diakonisches Werk Stadtverband Hannover Axel Kreutzmann
Oskar-Winter-Str. 2
30161 Hannover

VOICETel: 0511/625028
FAXFax: 0511/668504

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